Rezepte zum Nachkochen

Löwenzahn Marmelade

Dies ist ein Rezept meiner lieben, schon älteren Nachbarin Pia, das ich gerne an euch weitergebe.

Hinweis: Die Löwenzahnblüten unbedingt im Frühjahr und bei Sonnenschein ernten, wenn möglich in der Mittagssonne bis 12:00 Uhr!

Zutaten

3 Handvoll frisch aufgegangene Löwenzahn-Blüten* (200 Stk)

1 Zitrone

1 Orange

1,2 L Wasser

500 g Gelierzucker 1:3

n.B. Zimt, Ingwer, Sternanis

ggf. etwas Rohrzucker dazugeben (karamellisiert den Geschmack)

Die 200 gelben Kelchblätter werden von der Pflanze abgezupft, Zitrone und Orange in dünne Scheiben geschnitten. Das Ganze wird mit dem Wasser übergossen und zum Kochen gebracht. Etwa 10 min köcheln lassen. Über Nacht zugedeckt ruhen lassen.

Am nächsten Tag die Masse mit einem Pürierst zerkleinern und mit dem Gelierzucker nach Anleitung zur Marmelade verarbeiten.

Medizinische Effekte

Der Löwenzahn verfügt über entschlackende und entgiftende Eigenschaften und ist besonders gut für Gallenblase und Leber. 

Die Blüten des Löwenzahns, wie auch die ganze Pflanze, sind ein mildes Abführmittel und harntreibend. Das bedeutet, dass sie den Stoffwechsel anregen, ohne Unbehagen zu verursachen.

Wenn euch Heil- und Wildkräuter interessieren, bitte lest dazu auch meine Seite:

https://casalauretana.com/de/eine-vielzahl-von-kraeutern-entdecken/


Toskanische Cantuccini / Umbrische Tozzetti

Cantuccini selber machen ist einfacher als man glaubt!

Das Grundrezept ist in beiden Regionen gleich.

Zutaten (etwa 50 Stück):

6 Eier

150 g Zucker

200 ml Olivenöl

300 ml Weißwein

abgeriebene Schaler 1 unbehandelten Zitrone

300 g Mehl

15 g Backpulver

Puderzucker

Zubereitung:

Butter mit Zucker, einer Prise Salz, Vanille, Zucker und Zitronenabrieb schaumig schlagen. 

Zunächst die Eier einzeln dazugeben, dann Mandeln und Anissamen. Alles gut verrühren.

Mehl und Backpulver vermischen und auf der Arbeitsfläche anhäufen. Mit der Faust in der Mitte eine Kuhle bilden und den flüssigen Teig hineingeben, alles gut durchkneten.

Kleine Laibe formen und 25 min lang bei 175°C backen, wenn sie etwas abgekühlt sind (lauwarm) in Scheiben schneiden. Anschliessend nochmal für 10 min. in den Ofen schieben, bis die Tozzetti leicht gebräunt sind.

Sie sollten hart sein, um als Dessert in den berühmten VIN SANTO getaucht zu werden.

Anmerkung: In einer guten Keksdose lassen sie sich bis zu 3 Monaten aufheben.


Tipp: Auf der Seite „Was hier so wächst“ , Wildkräuter, Buon Enrico findet ihr noch ein gutes Pasta-Rezept:

https://casalauretana.com/wp-admin/post.php?post=3695&action=edit&lang=de


Tegamaccio (Fisch-Suppe)

Zutaten (4 Personen):

800 g gemischter Fisch (Aal, Hecht, Schleie, Barsch und was Sie sonst noch finden können)

1 Zwiebel

1 Staudensellerie

2 Knoblauchzehen

1 Bund Petersilie

400 g Tomatenpüree

Zubereitung:

Den Fisch waschen, putzen, in Stücke schneiden.

Zwiebel, Sellerie, Knoblauch und Petersilie hacken und im Öl anbraten. Die Fischstücke dazugeben, jedoch nicht alle auf einmal, sondern in der Reihenfolge des Garens. Den Eintopf würzen, dann die Tomaten, Salz und Pfeffer dazugeben und warten, bis sich eine schöne Sauce bildet.

Heiß servieren.

Tegamaccio del Trasimeno

Anmerkung

Manche Leute servieren diese Zubereitung, die eine Mischung aus Fischeintopf und Fischsuppe ist, über geröstete, mit Knoblauch eingeriebene Brotscheiben gegossen.

Man kann auch rote Chilischoten dazu nehmen. 

Der Tegamaccio ist ein typisches Rezept des Trasimeno-Sees, stammt aber ursprünglich aus der Gegend des Lago di Chiusi.


Was hier so alles wächst

Ein Teller mit Heilkräutern

Heilkräuter? Wildkräuter? Küchenkräuter? Oder doch nur Unkraut?

Rund um die Casa Lauretana kann man beim Spazieren eine Vielzahl von Kräutern entdecken, die dort wachsen. Nicht alles ist Unkraut! Von meinen beiden betagten, lieben Nachbarinnen habe ich gelernt, dass es sich dabei oft um Heil-, oder Wildkräuter handelt, die besonders früher oft in ihrer Küche landeten.

Buon Enrico (der „gute Heinrich“ – wilder Spinat)

(Ich bin noch auf der Suche nach einem schönen Foto…)

Kurioses

Es scheint, dass Heinrich IV. von Navarra der Bevölkerung seiner Stadt Zugang zu seinem Gartenpark gewährte, um sich von den dort angebauten Kräutern zu ernähren. Die Pflanze ist nach Heinrich IV. benannt, weil seine Untertanen ihm diese Pflanze zum Dank widmen wollten.

Definition

Der botanische Name des so genannten „Guten Heinrichs“ ist Chenopodium Bonus-Henricus. Es handelt sich um eine krautige, manchmal kriechende Pflanze, die sich vorbildlich verzweigt, obwohl sie nur eine durchschnittliche Höhe von 60 Zentimetern erreicht. 

Die Blätter dieser Pflanze sind charakteristisch, denn sie sind gewellt und haben die typische Form eines Pfeils, so dass sie auch sagittate oder astate genannt werden. Die Blätter sind mit einem sehr dichten Flaum bedeckt, der der Pflanze bei Berührung ein fast körniges Aussehen verleiht. Berührt man die Pflanze, bleiben die Finger lange klebrig. 

Die Blüten des Guten Heinrichs befinden sich in einer Ähre und variieren in ihrer Farbe, da sie manchmal rot und manchmal sehr hellgrün sind. 

Die Blütezeit findet zwischen Juli und September statt.

Anbau

Die Pflanze wächst wild in Gebirgs- und Vorgebirgsregionen in einer Höhe von etwa 2.000 Metern und bevorzugt stickstoffhaltige und gut gedüngte Böden, obwohl sie sich auch an andere Bodenarten anpasst. Sie ist häufig in Berggebieten zu finden, wo die Herden weiden und ihren Dung hinterlassen, der als organischer Dünger wirkt. In diesen Böden findet der Good King Henry seinen natürlichen Lebensraum, der mit dem der Brennnesselpflanze identisch ist, weshalb er oft in Verbindung mit dieser wächst. 

Dieses“Unkraut“ produziert etwa eine Million Samen pro Pflanze und bleibt 20-30 Jahre lang im Boden lebensfähig.

Die Bergregionen Italiens sind voll von Gutem Enrico, den man oft an Straßenrändern findet. In Deutschland gibt es keinen solchen Anbau.

Früher verwendete man den guten Enrico zum Färben der Haare und um Kupfertöpfe und -pfannen wieder zum Glänzen zu bringen.

Therapeutische Eigenschaften

Der gute Heinrich kann als Antianämikum bezeichnet werden, denn er versorgt den Körper mit vielen Vitaminen und Eisen. Seine therapeutischen Eigenschaften werden nach Studien von Heilpflanzenexperten neu bewertet, in der Vergangenheit fand er nie viel Beachtung und wurde ausschließlich zu Hause verwendet. Seit dem Altertum werden aus dieser Pflanze Präparate hergestellt, die Wunden oder starke Verbrennungen durch Sonnenbrand lindern. Einige Rezepte, die von Familie zu Familie weitergegeben wurden, werden auch heute noch verwendet.

Die Pflanze ist erweichend, abführend und wurmstichig. Die aufgegossenen Samen werden Kindern gegeben, da sie ein mildes Abführmittel sind, und die Blätter sind reich an Eisen, was sie für Menschen mit Anämie geeignet macht. 

Der gute Henry produziert ein Öl namens „Essenz von Chenopodium“, das Betalaine enthält.

Die frischen Blätter von Good Henry werden für Zahnzugänge oder für Geschwüre verwendet, aus denen eine eitrige Substanz austritt. Diese Anwendung wird jedoch nur dann empfohlen, wenn man man nicht anfällig für Nierensteine ist.

Verwendung in der Küche

♥︎♥︎♥︎ Umbrische Gnudi mit Buon Enrico ♥︎♥︎♥︎

Zutaten:

500-600 g Buon Enrico

1 Ei

100 g Parmesan gerieben

1 EL Semmelbrösel

Muskatnuss

200 g Ricotta

Rezept:

500/600 g Buon Enrico ernten, das Gemüse putzen, waschen und ausdrücken, in eigenem Wasser dünsten und beiseite stellen. Ein Ei in eine Schüssel schlagen und 100 g geriebenen Parmesankäse, einen Esslöffel Semmelbrösel, etwas Muskatnuss und 200 g Ricotta hinzufügen. Mischen Sie alles zusammen. Den Buon Enrico zerkleinern und mit der vorherigen Mischung vermischen. Wenn alles verdichtet ist, formt man einige Kugeln, bemehlt sie und wirft sie in kochendes Salzwasser. In ein paar Sekunden kommen die Gnudi an die Oberfläche, abtropfen lassen und mit Olivenöl und Salbei anrichten.

–> Selbstverständlich lässt sich der Buon Enrico mit jedem ähnlichen Gemüse (Spinat, Mangold, u.a.) ersetzen.


Was hier so alles vorbeikommt und -fliegt

Der Schlangenadler (lat. circaetus gallicus)

Ein relativ junger Schlangenadler

Gattung und Nahrung

Eigentlich sind Schlangenadler Zugvögel mit Winterquartier in Afrika – unsere Schlangenadler-Familie sieht man das ganze Jahr!

Sie zählen zur Gattung der Habichte, sind sehr gute Flieger trotz ihrer Größe und verfügen über eine ausgezeichnete Sehkraft.

Um die Mittagszeit schweben sie im Gleitflug, hoch am Himmel, über der Casa Lauretana; oft scheinen sie an einer Stelle stillzustehen, dabei rütteln sie mit den Schwingen und nutzen die sog. Termikwinde aus.

So halten sie Ausschau nach Nahrung: Im Sommer sind das Schlangen und Eidechsen, die im Stoßflug erbeutet werden; in den kühleren Jahreszeiten zählen auch kleine Vögel und Kleinsäuger dazu. Manchmal ist der Schlangenadler auch zu Fuss unterwegs, dann begnügt er sich mit Fröschen, Würmern oder Schnecken.

Aussehen

Bauch- und Brustbereich sind bei Männchen und Weibchen gleichermaßen von einer hellen gleichmäßigen Färbung, während die weiße Unterseite des Schlangenadlers eine unregelmäßige Bänderung aufweist. Die Handschwingen und Schwanzfedern sind dunkler. Besonders auffallend sind der dicke runde braune Kopf und der dunkle Hals. Weitere Merkmale sind  seine gelben Augen und der wie bei allen Adlern übliche kräftige Schnabel und die kräftigen Beine. Aufgrund ihres Äusseren werden Schlangenadler oft mit Bussarden verwechselt, obwohl diese wesentlich kleiner sind.

Zum Vergleich ein Bussard

Größe und Gewicht

Ein Schlangenadler mißt etwa 70 cm und kann eine Spannbreite von 160-180 cm erreichen. In der Regel ist das Weibchen größer und schwerer als das Männchen. Jungvögel erkennt man im Flug daran, dass ihre Unterseite heller und viel weniger quergebändert ist als bei den Altvögeln. Auch ihr Kopf ist heller.

Schlangenadler wiegen i.d.R. zwischen 1.100 g und 2.300 g.

Lebensraum

Schlangenadler mögen sonnige Gebirgszüge, Kulturlandschaften und Halbwüsten.

Balzzeit

Die Balz hiesiger Schlangenadler beginnt bereits im Januar und kann bis März dauern. Man erkennt es vor allem am Ruf der Raubvögel, der nun öfter zu hören ist – ein häufig mehrmals hintereinander ausgestossenes „jiii“ oder ein „kio“, meistens von den Männchen. Sie überbringen dann gerne dem Weibchen Brautgeschenke.

Brutverhalten und Aufzucht vom Jungvogel

Noch im Winter beginnen unsere Schlangenadler hier in Umbrien gemeinsam mit dem Nestbau (Reisig und Zweige). Das Nest wird, nachdem das Weibchen ein einzelnes großes, weißes Ei gelegt hat, während der 6 wöchigen Brutzeit ständig „renoviert“ und mit Grünzeug geschmückt. In den ersten Wochen brütet das Weibchen das Ei aus, später hilft auch das Männchen aus. In den circa 75 Tagen Nestlingszeit wird das Küken zunächst vom Weibchen gefüttert, später auch vom Männchen, auch nachdem der Jungvogel das Nest verlassen hat, wird er noch eine ganze Weile von den Eltern versorgt. Seine ersten Schlangen kann er schon mit 2 Wochen selbst erlegen.

Feinde

Leider zählt ausgerechnet der Mensch zu den größten Feinden des Schlangenadlers. Des Weiteren sind andere Adlersorten, der Wanderfalke, der Uhu und Rabenvögel zu nennen. Wir konnten schon öfter beobachten, dass sich Kolkraben mit ihnen anlegen, da diese häufig im Revier der Schlangenadler brüten.


Die Zwergohreule (lat. Otus scops)

Gut getarnt und relativ klein

Gattung und Aussehen

Es handelt sich um eine sehr kleine Eule mit Federohren, die einem im Verhältnis zur restlichen Körperdimension lang vorkommen. Zwergohreulen können ihre Ohren ganz anlegen, dann erscheint der Kopf rund.

Ihr Gefieder ist rindenfarbig, rostbraun bis hellgrau, wodurch die Eule optimal getarnt und kaum zu entdecken ist. Die Iris der Augen ist zitronengelb.

Manche Zwergohreulen fliegen im Winter bis nach Afrika, andere überwintern auch in wärmeren Ländern wie Italien, Griechenland u.a.

Die Zwergohreule ist vom Aussterben bedroht.

Nahrung

Die Zwergohreule Frist bevorzugt Insekten wie Grillen, Nachtschmetterlinge, Zikaden, Heuschrecken und Käfer, aber auch Regenwürmer, Spinnen und Asseln. Frösche, Kleinsäuger und Kleinvögel stehen eher selten auf dem Speiseplan. 

Größe und Gewicht

Eine Zwergohreule wird gewöhnlich etwa 20 cm lang und wiegt an die 75-95 Gramm (Weibchen sind schwerer als Männchen), ihre Flügelspannweite mißt etwa 53 – 63 mm.

Ruf

Um die Casa Lauretana hört man über mehrere Monate den Metronom-monotonen charakteristischen Reviergesang, der sich mit einem kräftigen „Tiu“ beschreiben läßt. Männchen singen manchmal die ganze Nacht. Ein wunderbares Konzert…

Lebensraum

Die Zwergohreule hält sich gerne in warmen und trockenen Gegenden auf, bevorzugt offene Landschaften wie z.B. Obstplantagen, Parks, Alleen und Randzonen lichter Laubwälder. 

Mit der Jagd beginnt die Zwergohreule meistens kurz nach Sonnenuntergang, bis auf eine 1-2 stündige Unterbrechung dauert sie die ganze Nacht an.

Vorkommen

Diese Eulensorte ist in den Mittelmeerländern, Nordwestafrika, Südosteuropa, Mittelasien, Irak, Iran, Afghanistan sowie in Rumänien, Ungarn, Österreich und in der Schweiz verbreitet.

Brutverhalten

Die Weibchen legen Mitte Mai bis Mitte Juni etwa 3-5 Eier bevorzugt in Höhlen von Laubbäumen, notfalls aber auch in Nistkästen oder in leerstehende Vogelnester. Während die Weibchen die Eier bebrüten – im Schnitt dauert das 24 Tage -, versorgt das Männchen es mit Nahrung. Wenn die Jungen geschlüpft sind, bleibt das Weibchen die ersten zwei Wochen in der Höhle und geht erst danach mit auf die Jagd. Die gemeinsame Versorgung der Eltern dauert circa 60 Tage.


Der Wiedehopf (ital. U-pu-pa)

Mahlzeit!

Aussehen

Der auffällige in Umbrien noch relativ weit verbreitete Wiedehopf (ital. U-pu-pa) ist mit seiner Punk ähnlichen Federkrone (die er nur bei der Landung aufrichtet) und seinem bunten Aussehen ein wahrer Blickfänger. Er gilt auch als Individualist. Er hat einen dunklen, 6 cm langen Schnabel, Kopf und Nacken sind orange-braun gefärbt, die ebenfalls orange-braunen Scheitelfedern sind an ihren Spitzen schwarz. Sein Rücken wie auch seine breiten Flügel sind schwarz-weiß gefächert, seine Schwanzfedern sind schwarz.

Mit seinen etwa 28 cm Größe ist er unwesentlich größer als der Buntspecht.

Nahrung

Auf seinem Speiseplan stehen ganz oben größere Insekten wie Grillen, Engerlinge, Käfer und Heuschrecken. Aber auch Spinnen, Eidechsen, Asseln und kleine Frösche stochert er mit seinem langen Schnabel aus dem Boden heraus. Dabei wackelt er stets mit dem Kopf.

Verhalten

Er gilt als Bodenbrüter, nutzt u.a. Steinhaufen, niedere Höhlen an Bäumen, Spechthöhlen, Nischen, Mauerspalten oder auch Nistkästen. Um sein Nest macht er kein großes Trara, manchmal tut es sogar nur eine kleine Mulde, in die die Eier gelegt werden.

Lebensraum

Der Upupa liebt offene, wärmeexponierte Landschaften, auch  Weinberge und Olivenplantagen, das erklärt seine Liebe zur Casa Lauretana.

Zugverhalten

Im Spätsommer zieht der Wiedehopf nach Afrika und scheut dabei keine langen Strecken, meist fliegt er allein, oft auch nachts. 

Anfang März kommt er wieder zurück.

Das perfekte Nest

Kurioses

Parrano ist ein italienisches Dorf mit weniger als 500 Einwohnern, einer kleinen (nicht zugänglichen) Burg und einer unbedeutenden Therme ausserhalb, in der Provinz Terni, im Süden Umbriens.

Der Begriff Parranum, mit den Varianten Poranum und Paranum, ist römischen Ursprungs und bedeutet „Upupa“, also Wiedehopf.

Wer dieses kleine, vom Aussterben bedrohte und viel Wald umgebene Dorf (vielleicht auf dem Weg nach Orvieto) bereist, wird schon unterwegs die vielen Wiedehopfe sehen.

Leider ist er auch in Italien vom Aussterben bedroht.


Geplant sind noch Beiträge zu weiteren Tieren, die man hier so um die Casa Lauretana bzw. im umbrisch-toskanischen Grenzgebiet entdecken kann: Stachelschwein, Wildschwein, Wolf und Fuchs, Wanderfalke, Schleiereule und ein Raubvogel namens „schwarzer Drache“, u.a.

Durch die Stille der Natur – auf Eselpfaden, entlang eines römischen Aquädukts bis zu einem sagenhaft schönen, alten Dorf, mitten im Nichts

Sentiero 52 acquedotto romano

Was macht diesen Wanderweg so einzigartig? Es ist nicht nur die Lage: Die Wanderroute mißt 5,6 km, liegt am südlichen Rand des Monte Subasio (1290 m), einer Gebirgskette zwischen Umbrien und den Marken, und ist für jedes Alter geeignet. Sie beginnt oberhalb des wunderschönen Örtchens Spello und endet (für mich) in Collepino, einem völlig entlegenen mittelalterlichen Burgdorfes. Hier kann man die wahre Essenz Umbriens einatmen, während man durch Olivenhaine spaziert und atemberaubende Ausblicke auf umliegende Täler geniesst. Darüber hinaus kann man antike Überreste aus der Römerzeit bewundern, denn die Route verläuft entlang und auf einem römischen Aquädukt.

Eine der Eseltränken

Aquaeductus romanus

Dieses mächtige Bauwerk aus der Zeit des Kaiser Augustus hat bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die gesamte Stadt Spello mit Wasser versorgt. Manche Teilabschnitte wurden überirdisch aus weißem und rosafarbenen Kalkstein lokalen Ursprungs in Terrassenform angelegt, andere verlaufen unterirdisch. In einem Teil der Strecke dient die Mauer als Stütze für die Straße, die Spello mit dem schönen Dorf Collepino verbindet. Durch die verschiedenen Erdrutsche kann man unterwegs stellenweise ein Bett aus Lehmziegeln erkennen, über welches das Wasser damals floss. Man kann sich wirklich ein gutes Bild davon machen, wie so früher einmal das Wasser von der Quelle Fonte Canale unterhalb von Collepino bis nach Spello geleitet worden war.

Anfahrt

Auf der SS75 (Assisi – Foligno) nehmt ihr die Ausfahrt Cannara, fahrt parallel dazu Richtung Spello weiter und überquert die erste Brücke links über die Autobahn. Nun biegt ihr an der Via delle Regioni rechts ab und nehmt gleich die erste links = Via Poeta. Dieser folgt ihr bis zum gleichnamigen (kostenlosen) Parkplatz Parcheggio Poeta rechterhand, kurz vorm oberen Stadttor von Spello. 

Fonte Bulgarella (Startpunkt)

Um zum eigentlichen Startpunkt der Wanderroute zu gelangen, geht ihr vom Parkplatz kurz zurück zur Via Poeta, überquert diese und folgt nun der Via Bulgarella etwa 200 m lang den Hinweisschildern „Collepino/ acquedotto romano“ bis zur „Fonte Bulgarella“, einer alten Eseltränke. Hier ist sozusagen der Startpunkt der Route.

Auf geht´s

Nachdem ihr an der Eseltränke eure Wasserflaschen aufgefüllt habt, folgt ihr links ein kurzes Stück dem Weg, leicht bergauf, entlang der letzten Häuser und Villen, bevor ihr leicht rechts abbiegt. Es geht immer schön entlang des Aquäduktes, durch Olivenhaine und Buschland, dann überquert ihr die Autostrasse und das Aquädukt befindet sich nun linkerhand von euch. Als nächsten Anhaltspunkt könnt ihr die sog. „drei Bögen“ des Aquädukts nehmen.

Aussicht

Ich möchte nicht alles vorwegnehmen, aber während eurer Wanderung durch diese traumhafte Stille der Natur werdet ihr drei Brücken überqueren, den Ponte Corvara, den Ponte della Moie und den Ponte di Parasacco (18 Meter hoch, ein einziger steinerner Torbogen), viele Schmetterlinge sehen, Eidechsen oder auch größere hellgrüne Gekkos. Ihr begegnet mehreren natürlichen Wasserquellen und kommt an der sog. „curva del rosmarino“ vorbei, ihr seht wild wachsende Feigenbäume, eine sehr große Eiche und den „Belvedere“ mit Sicht auf Spello. Und zwischendurch eröffnet sich immer wieder ein wunderbares Panaroma auf die Täler des Apennin.

Eigentlich endet die Wanderroute entlang des Römischen Aquäduktes an der Fonte del Molinaccio  (550 m ü.M.) an der asphaltierten Straße. Aber…

…was ist mit Collepino, seinen Türmen, der Stadtmauer und den schönen Gassen?

… ihr MÜSST einfach die Zähne zusammenbeissen und noch ein kleines Stück (ca. 1 km) weiterwandern – ich sage euch: es lohnt sich! Auch wenn dieser Teilabschnitt der wohl steilste ist. Wenige Meter nach der Fonte del Molinaccio und entlang der asphaltierten Strasse zeigt ein leicht zu übersehender Pfeil nach links: DA müsst ihr hoch, um nach Collepino (600 m ü.M.) zu gelangen. (Bloß nicht ewig auf der Strasse weiterlaufen, dauert ewig…)

Es sind nur wenige Serpentinen! Das kleine frühmittelalterliche Burgdorf Collepino ist mit seinen 35 Einwohner ein echtes, in die Natur eingebettetes, Juwel. Und Flavio, der Besitzer der einzigen in Collepino angesiedelten Bar (La Locanda) erwartet euch mit einem kühlen Getränk! Auch wenn er kein Festtagsmenü anbieten kann, das, was er hat, ist mehr als eine Belohnung für den weiten, nur am Ende sehr steilen Wanderweg, den ihr gemeistert habt!

Das früher als Colle-Lupino (Hügel des Wolfes) bekannte Dorf wurde vollständig restauriert und verfügt noch über Reste der Stadtmauern, vier der sieben ursprünglichen Türme und ein antikes Tor.

Hier seid ihr heraufgekommen!

Jetzt gibt´s eine verdiente Belohnung!

Flavio hält für euch in seiner Bar stets einen Tisch bereit: sein Angebot ist nicht groß, aber SEHR gut!

◆Bar „La Locanda“ (Meine persönliche Empfehlung: Tagliere vegetariano)

Un tagliere vegetariano – delizioso!

Ein Tag in Cortona

Vorwort

Cortona mit seinen vielen Labyrinthartigen Gassen voller Boutiquen, Restaurants und Läden wird euch begeistern, weil dort eine urige Stimmung herrscht. Man fühlt sich regelrecht ins Mittelalter versetzt. Und ich verspreche euch, bei nur einem Cappuccino wird es hier nicht bleiben… 

Aber, damit ihr nicht, wie so viele andere Besucher, die eigentlichen Schönheiten dieser lebendigen Kleinstadt überseht, zeige ich euch anhand eines kurzen und eines etwas längeren Spaziergangs, wie ihr Cortona, das zu den ältesten Dörfern Italiens zählt, wirklich genießen könnt.  

Anfahrt

Das malerische Städtchen Cortona imponiert schon von Weitem, denn es liegt im Hang des Monte San Egidio, auf einer Höhe von 494 bis 650 Metern. Die Stadt wurde auf vier natürlichen Terrassen erbaut und scheint zu jeder Tages- und Nachtzeit von der Sonne angestrahlt zu werden.

Cortona, seine Kirchen und ganz oben die Fortezza Girifalco

Cortonas mittelalterliche Häuser sind umgeben von den Resten einer etruskischen Stadtmauer, die noch 6 gut erhaltene Stadttore vorweist.

Die Zufahrtsstraße nach Cortona, die sich durch Olivenhaine und Weinberge schlängelt, vorbei an Villen, Bauernhöfen und Klöstern, führt noch vor Erreichen der Parkmöglichkeiten, am Fuße des Berges zur einsamen, aber imponenten Kirche Santa Maria delle Grazie al Calcinaia mit ihrer mächtigen Kuppel. Sie wurde 1484-1515 aus Ziegel– und Sandstein an der Stelle eines hier gefundenen wundertätigen Madonnenbilds gebaut. Leider sind aufgrund der bröckeligen Bausubstanz kaum noch Verzierungen an der Aussenseite zu erkennen. Dank eingehender Restaurierung sind ihre schönen Glasfenster im Innern, sowie das über dem Hochaltar im Tabernakel eingefügte Madonnengemälde für Kirchenliebhaber durchaus einen Besuch wert.

Ihr fahrt nun noch 2-3 Kurven weiter und seht dann schon die ersten Parkplätze unterhalb der Stadtmauern.

Parken

Bitte nutzt die Parkplätze außerhalb der Stadtmauern, denn das Centro Storico ist für Nichtanwohner gesperrt (ZTL – zona traffico limitato).

Eine andere gute Parkmöglichkeit bietet der kostenlose Parcheggio dello Spirito Santo, von dort kann man mit einer Rolltreppe das historische Zentrum bequem erreichen.

☛ Achtung: Alle Parkplätze werden regelmässig kontrolliert.

Ein Tag in Cortona kann heissen, ihr verbringt sehr viel Zeit in dieser wunderschönen Stadt oder ihr plant nur einen halben Tag, beides wird zu einem tollen Erlebnis!

Aussicht nach Süden, im Hintergrund der Lago Trasimeno

♦︎ Große Tour – ca. 90 min

☛ Ganz wichtig: Wasser nicht vergessen!

Als Startpunkt meiner großen Tour habe ich die Piazza Garibaldi gewählt, in der Annahme, dass ihr eine der Parkmöglichkeiten entlang der Stadtmauer nutzen konntet. Kurz vor Erreichen dieser Piazza könnt ihr übrigens noch kurz einen lohnenden Blick in die Kirche S. Domenico werfen, eine gotische, römisch-katholische Kirche aus dem 15. Jahrhundert.

Von der Piazza Garibaldi zur Piazza Repubblica

Sobald ihr euch auf der Piazza von der unglaublichen Aussicht über das Val di Chiana, bis hin zur Via Lauretana, dem Lago Trasimeno und sogar Castiglione del Lago, lösen könnt, schlendert ihr Stadt einwärts.

Fernsicht Richtung Monte Amiata

Über die Via Nazionale und ihren kleinen Boutiquen, Bars & Cafés gelangt ihr auf die Piazza della Repubblica mit dem Palazzo Comunale (Rathaus) und seinem Uhrenturm.

Richtung Piazza della Repubblica

Durch die Hanglage wirkt der Palazzo größer und mächtiger als er ist, auf seiner breiten, steilen Treppe tummeln sich Einheimische und Touristen. Wenn ihr Glück habt, erlebt ihr hier eine Hochzeit, dann gehört die Treppe dem Brautpaar ganz allein – oder aber es spielt dort eine Musikband. Im Rathaus kann man einen Ratssaal aus dem 13. Jahrhundert besichtigen.

Das schöne Rathaus

Gleich neben dem Rathaus steht der Palazzo del Popolo aus dem 14. Jahrhundert (hier residierte einst der Capitano del Popolo) und der Palazzo Passerini, in dem Papst Leo X  1515 bei seinen Besuchen zu wohnen pflegte. Heute werden Teile dieses Palazzo als Ferienwohnungen angeboten – und er steht zum Verkauf.

Samstags morgens wird die sonst so heitere Stimmung auf dieser Piazza durch den Wochenmarkt gedämpft, den ich euch nicht empfehle, weil nur Schundware angeboten wird.

Hier noch einmal der wunderschöne Glockenturm auf der Piazza della Repubblica

Apropos einkaufen, die vielen kleinen Läden im Zentrum von Cortona bieten oftmals originelle, von Handwerkern angefertigte Objekte an, auch typische gastronomische Produkte kann man hier gut kaufen – es ist nur leider nicht immer alles ganz günstig…

Die Porta Santa Maria – eins der sechs Stadttore

Ihr spaziert jetzt rechts am Rathaus/ Palazzo Comunale vorbei und folgt der Via Roma. Die etruskische, gut erhaltene Porta Santa Maria wird euch magisch anziehen. Und vor dem Stadttor kann man sich schon wieder an einer schönen Aussicht erfreuen.

Mittelalterliche Häuser und Holzkonstruktionen

Nun lauft ihr ein kurzes Stück auf der Via Roma zurück, bis links die Gasse Vicolo Iannelli abgeht. Jetzt seid ihr im „richtigen“ Cortona, denn hier, in dieser schönen Gasse, könnt ihr mittelalterliche Häuser bewundern, die noch genauso aussehen wie damals.

Irgendwo in den Gässchen

Ihr nehmt die 2. rechts, den Vicolo Cilli, und biegt danach gleich wieder links in die Via del Gesù. Auch diese Gasse aus Steinplattenpflaster ist typisch für das mittelalterliche Cortona von damals, die oberen Stockwerke der Häuser bestehen noch aus Holzkonstruktionen.

Piazza Duomo

Ihr kommt zur Piazza del Duomo, wieder hat man einen phantastischen Panorama-Blick nach Norden, links befindet sich das Museo Diocesano, das sehr schöne Kunstwerke beherbergt (leider sind sie unterbelichtet). Und rechts steht der auf den Resten eines antiken Tempels gebaute Dom Santa Maria Assunta. Diese ehemalige Pfarrkirche aus dem 11. Jahrhundert ist äußerlich eher unscheinbar, das Innere wurde im Laufe der Jahre öfter umgestaltet, die Meinungen über diesen Dom sind unterschiedlich.

Aufstieg zur Basilica Santa Margherita

Unser nächstes Ziel ist die Basilica Santa Margherita, sie ist der Stadtheiligen von Cortona, einer ganz besonderen Frau, gewidmet. 

Santa Margherita

(Hier die Kurzfassung ihrer Geschichte: Die heilige Margherita von Cortona wurde 1247 in der Nähe von Perugia geboren und lebte mehrere Jahre in Montepulciano. Nach dem Tod ihres Geliebten, mit dem sie neun Jahre unverheiratet zusammenlebte, begab sie sich in die Obhut der Franziskaner in Cortona und lebte hier sehr zurückgezogen bis zu ihrem Tod.)

An der Piazza del Duomo beginnt ihr mit dem Anstieg zur Basilica Santa Margherita, einer beeindruckenden Kirche an einem ganz speziellen Ort.

Das heißt, ihr werdet in ungefähr 20 Minuten einen Höhenunterschied von 150 Metern bewältigen – es lohnt sich! Der Aufstieg auf diesem alten Weg mit einem grandiosen Panorama ist übrigens besonders am späten Nachmittag schön, wenn anschliessend die Sonne untergeht. Man sieht von hier oben den Lago Trasimeno und den Monte Amiata. Diejenigen, die diesen anstrengenden Abschnitt nicht auf sich nehmen wollen oder können – dürfen auch mit dem Auto bis zur Basilika fahren.

Die sterblichen Überreste der im Jahr 1728 heilig gesprochenen Santa Margherita ruhen in einem Grabmal mit silbernem Reliquienschrein in dieser Kirche. Das Innere der Basilika ist beeindruckend, tolle Farben, schöne Wandmalereien und viele historischen Gemälde. Die Einwohner Cortonas hängen sehr an dieser Kirche.

Beinahe ganz oben

Jetzt seid ihr schon einmal hier, also könnt ihr auch noch die 250 m bis zur Fortezza Girifalco bewältigen, einer im 16. Jahrhundert gebauten Festung , die die Wehrkraft der Stadt unterstützen sollte, wobei das Gelände als Abwehrstruktur eines viel älteren Ursprungs ist. Seit der Gründung der Regierung von Cosimo I dei Medici war Cortona bis zur Unterwerfung an Siena im Jahre 1555 ein wichtiger Militärort. 

Innenansicht der Burganlage

Die Festung ist nicht sehr beeindruckend, und schöner als das historische Gebäude ist wieder einmal das Panorama über das gesamte Val di Chiana.

Der Abstieg

Ausgeruht macht ihr euch jetzt auf Weg nach unten, an der Gabelung haltet ihr euch rechts und folgt der Via Santa Margherita (die linke Abzweigung heisst auch Via Santa Margherita). Diese mündet später in die Via San Niccolo, die euch zur gleichnamigen kleinen Kapelle San Niccolò führt. Diese schöne, nur zu Fuß erreichbare Kirche ist sehenswert, aber leider ist sie nicht immer geöffnet, wenn sie geöffnet sein sollte. (Ein Foto dieser schönen, kleinen Kirche könnt ihr im Text der nachfolgend beschriebenen „Kleinen Tour“ sehen.)

(In der Nähe von San Niccolò befindet sich übrigens die University of Giorgia. Nun muss ich es doch erwähnen, aber wahrscheinlich habt ihr ja sowieso schon festgestellt, dass Cortona überwiegend von Amerikanern besucht ist. Nachdem Frances Mayes´Bestseller „Under the Tuscan sun“ 1996 verfilmt wurde, kam ganz Amerika nach Cortona. Viele sind geblieben und so wundert es einen nicht, dass es mittlerweile auch eine US Universität in diesem Städtchen gibt. Die Autorin verbringt noch immer mindestens 5 Monate im Jahr hier und schreibt Bücher.)

Ihr spaziert über die Via S. Niccolo bis ihr an der T-Kreuzung rechts in die Via San Marco einbiegt; hier nehmt ihr die erste links (diese Gasse heisst auch Via San Marco) und spaziert so lange bergab bis ihr auf der Via Giuseppe Maffei landet. Ihr haltet euch links bis rechts der Vicolo del Fontanile abzweigt, der euch auf die Via Santa Margherita führt.

Rechts ab geht es wieder auf die Via Nazionale bzw. zur Piazza Garibaldi, dem Startpunkt unserer Tour. Welcome back!

Fernblick ins Val di Chiana

♦︎ Kleine Tour – ca. 45 min

☛ Ganz wichtig: Wasser nicht vergessen!

Der erste Teilabschnitt bis einschließlich Piazza Duomo ist bei beiden Touren identisch. Aus Blog-technischen Gründen kann ich den Text nicht wiederholen und bitte euch daher, im o.g. Abschnitt der „Großen Tour“ die Anfangsbecshreibung zu lesen bis zur Piazza Duomo. Vom Dom aus geht die Strecke der kleinen Tour wie folgt weiter:

Ihr lauft von der Piazza Duomo zurück, überquert die Piazza Fraciolini und biegt links in den Vicolo del Teatro ein, der bald einen 90° Rechtsknick macht und an einer T-Kreuzung endet. Hier biegt ihr kurz links in die Croce del Travaglio ab und nehmt an der nächsten Kreuzung die 2. rechts: Via Giuseppe Maffei. Dieser Weg führt euch automatisch bis zur wirklich sehenswerten römisch-katholischen Kirche S. Francesco, welches die erste Kirche der Franziskaner war, die außerhalb von Assisi erbaut wurde (1245). Im Jahr 1523 fand hier der berühmte Renaissancemaler Luca Signorelli, seine letzte Ruhe.

Links, rechts, und wieder links…

Inzwischen seid ihr mit den Steigungen der Gassen in Cortona vertraut, ihr spaziert auf der Via Giuseppe Maffei weiter bis ihr hart links in die Via Moneti abbiegen könnt. Ihr haltet euch rechts und seid bald in der Via S. Marco, die sich dann wieder teilt (T-Kreuzung). Ihr biegt rechts ab (und seid immer noch in der Via S. Marco) bis ihr links die Via S. Niccolò nehmt, die euch zur gleichnamigen Kirche führt.

Auch diese schöne, nur zu Fuß erreichbare Kapelle San Niccolò ist einen Besuch wert, nur leider ist sie nicht immer geöffnet, wenn sie geöffnet sein sollte. Ich drück die Daumen, dass ihr einen Blick hineinwerfen könnt!

Die kleine, aber sehenswerte Kirche S. Cristoforo (unweit von S. Niccolò)

Zurück auf der Via S. Niccolo folgt ihr der ersten Abzweigung links in die Via delle Santucce und lauft auf dieser weiter bergab bis zur Via S. Margherita. Ihr biegt rechts ab und landet wieder auf der Via Nazionale bzw. gegenüber der Piazza Garibaldi, dem Startpunkt unserer Tour. Welcome back!

Diese steile Gasse mündet in die Piazza Garibaldi

Jetzt habt ihr euch eine Belohnung verdient!

Die Geschmackspalette ändert sich täglich

Die Gelateria Dolce Vita findet ihr gleich am Eingang der Fussgängerzone auf der rechten Seite (Via Nazionale). Sie zählt zu den besten dieser Region.

Lust auf einen Aperitivo?

Die Bars und Cafés wechseln so schnell den Besitzer, es ist mir fast unmöglich, Empfehlungen auszusprechen.

Ich persönlich gehe gerne zum „Cacio Brillo“ auf der Piazza Signorelli im Zentrum der Altstadt, das Personal ist freundlich und die Drinks gut. Hier könnt ihr entspannt Italien geniessen (ich hoffe, es sind nicht allzu viele Touristen unterwegs).

Hunger?

Zu meinen persönlichen Empfehlungen zählen etwa:

♦︎das Ristorante Il Cacciatore, in der Via Roma, 11/13  – auch glutenfrei (mittags geöffnet 12.00 – 15.00)

http://www.ilcacciatorecortona.it/

♦︎die Trattoria Dardano, Via Dardano, 24 – (mittags geöffnet 11.45 – 15.00)

http://www.trattoriadardano.com/

♦︎die Osteria del Teatro, Via Giuseppe Maffei, 2 – (Mittwochs geschlossen, sonst 11.00 – 22.30)

http://www.osteria-del-teatro.it/

Bitte checkt unbedingt die Öffnungszeiten.

Ein besonderer Tipp

… ist die jedes Jahr stattfindende und sehr interessante Ausstellung „Cortona on the move“, ein internationales Festival für Fotografie und Video (9. Juli – 18. Oktober 2020). Nähere Infos findet ihr unter:

https://www.cortonaonthemove.com/

Safranernte

Bei einer Safranernte mithelfen – ein tolles Erlebnis

Wann und wie?

Ende Oktober, Anfang November dreht sich hier alles um den Crocus sativus, das antike, kostbare und qualitativ hochwertige Gewürz, das seit dem 12. Jahrhundert um den Lago Trasimeno angebaut wird und aus der umbrisch-toskanischen Küche nicht mehr wegzudenken ist – denn dann ist Safranernte Zeit. 

Krokusblüten

Über die Casa Lauretana (Termin nach Vereinbarung, Preis je nach Teilnehmerzahl) habt ihr die Möglichkeit, in kleinem Kreis eigenhändig fliederfarbene Krokusblüten zu ernten.

Es ist bisher nicht möglich, Safran maschinell zu ernten, und der beste Zeitpunkt ist morgens früh vor Sonnenaufgang. Nach der Ernte dürft ihr die roten Narbenäste aus den einzelnen Krokusblüten herausdrehen, denn diese werden später getrocknet. Aus den getrockneten Safranfäden entsteht dann das fertige Safrangewürz. 

Wissenswertes über Safran

Während der Ernte werdet ihr Interessantes hören über die Geschichte des Safrans (er soll schon im Jahr 2300 v. Chr. angebaut worden sein), über seine Vorkommen (um in Italien zu bleiben: Sardinien, Abruzzen, Toskana) und warum er so teuer ist (Pro Gramm kostet Safran zwischen 4 und 14 Euro) . Ihr könnt erfahren, warum Safran in der Naturheilkunde so wirksam ist und gegen welche Krankheiten er hilft (nur um ein paar zu nennen: zur Behandlung von Schmerzen, zur Stärkung von Leber, Milz und Herz, bei der Linderung von Magen- und Lungenbeschwerden, sowie bei Bronchialleiden, und, ganz wichtig, gegen Depressionen, uvm.). Da Safran auch in der mediterranen Küche von großer Bedeutung ist (Risotto, Paella, Bouiabaisse, u.a.) lernt ihr Rezepte kennen und erfahrt, wie man echten Safran von gefälschtem unterscheiden kann.

Infos:

http://www.alessandromazzuoli.it/azienda/prodotti/zafferano.html

oder direkt bei Barbara (Casa Lauretana).

Kochen wie die Etrusker

Kochkurs – vor Ort und in kleinem Kreis

Gerne kann in der Casa Lauretana ein individueller Kochkurs für euch erstellt werden (Termin nach Vereinbarung, 2-4 Teilnehmer, Preis je nach Teilnehmerzahl). Dieser Kochkurs ist ganz easy-going, in lockerer Atmosphäre, „in famiglia“  sozusagen, ohne Hightech Kücheneinrichtung und ohne perfektionierte Spitzenköche – aber mindestens genauso gut!

Hausgemachte Tagliatelle

Und… Die antike Kunst der etruskischen Küche wird immer noch in dieser Region gelebt. Daher ist die Küche Umbriens, wie auch die der benachbarten Toskana, bäuerlich nüchtern und basiert auf einfachen, aber feinen Zutaten, wobei ein guter Wein und erstklassiges Olivenöl nicht fehlen dürfen!

Handgemachte Pici

Chef di cucina

An einem entspannten Nachmittag wird gemeinsam gekocht, geplaudert und gelacht. Jeder packt mit an, wenn Meris, mit ihrer jahrelangen Erfahrung, in die Geheimnisse der umbrisch-toskanischen Küche eintaucht und zahlreiche Tipps und Tricks regionaler Zubereitungsarten nach alter Tradition verrät. Die meisten ihrer bodenständigen, sehr schmackhaften Rezepte stammen von ihrer „mamma“ oder ihrer „nonna“, aber natürlich darf jeder seinen speziellen Rezeptewunsch äussern – Meris versucht, sie alle zu erfüllen! 

Der berühmte „Torciglione“

Erst ernten – dann kochen

Die vorgestellten regionalen Rezepte dieser Gegend zwischen Umbrien und Toskana ist meist einfach in der Herstellung, damit man sie leicht nach Rückkehr für Familie und Freunde nachkochen kann. Mit ein bisschen Glück können auch dieses Jahr vorab viele der Zutaten ganz frisch auf dem benachbarten Feld geerntet werden. Natürlich gibt es immer die Möglichkeit, sie bei Bauern im Nachbardorf oder auf den lokalen Märkten zu besorgen.

Kulinarisches

Zu den typischen Rezepten dieser Gegend zählen beispielsweise „Crostini neri“ (ein Antipasto toscano), „Pici all´Aglione“ (handgemachte Pasta mit Elephantenknoblauch) oder „Cantucci con Vin Santo“ (Mandelgebäck mit Vin Santo).

Cantucci (toskanisch) oder Tozzetti (umbrisch)

Grande cena

Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen werden die im Kurs selbst gezauberten Speisen probiert. Den passenden Wein dazu übernimmt die Casa Lauretana.

Verständigungsprobleme sollte es keine geben, denn Gastgeberin Barbara der Casa Lauretana ist auch mit dabei.

Schon gewusst?

… dass die Etrusker vom römischen Militär als starke Trinker und Esser verachtet wurden. Die Etrusker galten als das Partyvolk von Italien! Kein Wunder, denn das fruchtbare und ackerbaulich nutzbare Land und die ganzjährig sonnigen Temperaturen schenkten ihnen perfekte Anbaubedingungen.

Viele Generationen haben diese Liebe zu gutem Essen und Wein seither weitergegeben – genießt es, denn die umbrische Küche ist wie ein Picknick im Paradies!


Wellness und Entspannung

Gesund leben und fit bleiben – auch und erst recht im Urlaub!

Simone hat langjährige Erfahrung als Heilpraktikerin, Masseurin und Yogalehrerin und Personal Trainerin. Für Gäste der Casa Lauretana bietet sie auf selbstständiger Basis die verschiedensten Massagebehandlungen, Pilates-, Yoga- und andere Meditationskurse vor Ort an. 

Sie kann ihre Liege für euch irgendwo im Haus, aber auch, je nach Wunsch, in der sonnigen oder schattigen Weite des schönen Gartens aufbauen und euch mit ihren magischen Händen massieren, therapieren und verwöhnen.

Es wäre gut, die Casa Lauretana frühzeitig zu informieren, wenn ihr eine solche Massage oder einen Yogakurs haben möchtet, denn Simone ist sehr gefragt!

Wenn das nicht verlockend ist…

Nähere Informationen auf:

https://wellandfit.net/de

oder bei Barbara (Casa Lauretana)

Meine schönsten Routen durch Umbrien und die Toskana

Einleitung

Die nachfolgend beschriebenen Tagesausflüge, Tour 1 – 4, sind eine wunderbare Mischung aus Kurven, Panorama und Kultur. Startpunkt ist dabei die Casa Lauretana. Die Routen verlaufen in verschiedene Himmelsrichtungen, sind unterschiedlich lang und vermitteln daher ständig neue und interessante Eindrücke.

Startpunkt: Casa Lauretana und die herrliche Aussicht auf Borgo Tre Rose

Schon bald sehen wir unterwegs Postkarten-Landschaften…

Die Toskana im Mai

Die Strecken führen euch auf gepflegten Strassen (meistens jedenfalls) durch die zypressenreiche TOSKANA. Ihr seht  d i e Landschaft, die man von der Postkarte kennt: bezaubernde Aussichten, viel ländlicher Charme und mittelalterliche Städtchen.

Oder ihr fahrt durchs kleine, ungeschminkte und wasserreiche UMBRIEN, mit seinen hellgrünen, dunkelgrünen, olivgrünen, moosgrünen, kleeblattgrünen, immergrünen Wiesen, Wäldern und Hügeln.

Der Lago Trasimeno im April
Umbrien oder Toskana ?

Auf alle Fälle werden Toskana u n d Umbrien garantiert zu einem unglaublichen Erlebnis!

☛ Fotoapparat nicht vergessen!

Tour 1 – nach Westen (ca. 130 km)

Wegstrecke: Petrignano del Lago – Valiano – Acquaviva – Montepulciano – Pienza – S. Quirico d´Orcia – Bagno Vignoni – Bagni S. Filippo – Radicofani – Sarteano – Querce al Pino – Loc. Quattro Poderi – Montallese – Tre Berte – Salcheto – Pozzuolo- Petrignano del Lago 

Richtung Val d´Orcia

Der kürzeste Weg von Petrignano del Lago, bzw. Valiano nach Montepulciano führt über Acquaviva. Ihr umfahrt Montepulciano und folgt den Hinweisschildern über die SP 146 nach Pienza.

Der Abschnitt von Montepulciano nach Pienza und dann nach San Quirico zählt zu den schönsten Italiens und führt, auf gut gepflegten Straßen und begleitet von bezaubernden Aussichten, in das berühmte Tal Val D’Orcia in der Provinz von Siena.

Montepulciano – Pienza
Gleich hinter Montepulciano, direkt an der Strasse

Es lohnt sich, wenige km nach Montepulciano auf einen der Parkplätze zu fahren und einen Blick zurück auf diese beeindruckende, auf dem Hügel thronende, toskanische Weinstadt zu werfen. Montepulciano präsentiert sich von dieser Seite viel schöner als von Osten kommend.

Aussicht von Montepulciano (im Winter)

Knappe 4 km hinter Montepulciano befindet sich rechterhand die Käserei Cugusi (Caseificio Cugusi Silvana –  Öffnungszeiten täglich 8.00 – 13.00, 15.00 – 18.30 h) . Wer Pecorino kaufen möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Etwa 2 km vor Pienza, auf der rechten Seite, kann man bei Ferro Battuto Biagiotti (Öffnungszeiten: 9:00 – 13:00, 15:00 – 19:00 ) eiserne Schmiedekunst bewundern und kaufen. Auch die wenig später auf der linken Seite befindliche Kaffee-Rösterei Torrefazione Caffé GM (Mo-Sa 9.00 – 18.00 h) ist ein Besuch wert,  hier wird ein per Segelboot aus Südamerika ganz umweltfreundlich angereister Kaffee angeboten (an der Bar und im Verkauf).  Eine Führung durch die Rösterei ist auf Anfrage auch möglich.

Entlang der traumhaften Strasse SP146 von Montepulciano nach Pienza
Eine der vielen netten Gassen in Pienza
Hier könnte man zu Mittag einkehren…
S. Quirico d´Orcia – Bagno Vignoni

Ihr lasst Pienza links liegen und fahrt weiter in Richtung S. Quirico d´Orcia. Photographen, Wanderer und Romantiker unter euch – aufgepasst jetzt:

Irgendwann, wahrscheinlich kurvenbedingt auch öfter mal, werdet ihr zwischen den Hügeln eine gewisse kleine Kapelle ausmachen, die euch garantiert bekannt vorkommt: La Cappella della Madonna Vitaleta. Dieser kleine Juwel ist beidseitig von Zypressen umrahmt und zählt, eingebettet in sanfte grüne Hügel, zu den meist photographierten Kirchen der Toskana. Die kleine Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist eher uninteressant – es ist ganz einfach ihr magischer Anblick und die malerische, friedliche Umgebung. 

Cappella Santa Maria di Vitaleta

Etwa 5 km hinter Pienza steht an der linken Straßenseite ein sehr leicht übersehbares, hölzernes Hinweisschild zur Kirche, man kann hier auf eine staubige, unbefestigte Straße abbiegen, die zu einem großen Parkplatz führt. Ab hier muss man zu Fuß weiterlaufen. Der 15 minütige Wanderweg lohnt sich. 

Hat man dafür keine Zeit, hält man bei der Abzweigung zum Agriturismo Poderino (linke Straßenseite) und geniesst von hier die perfekte Sicht auf die Kapelle.

Der kleine Spaziergang belohnt mit der herrlichen Aussicht und der Ruhe

S. Quirico d´Orcia ist jetzt nicht mehr weit, ihr lasst es links liegen, und orientiert euch nach Süden, um auf die alte Römerstrasse Via Cassia (SR 2) abzubiegen, deren Bau auf das Jahr 241 vor Chr. zurückgeht. Hier kommt übrigens jedes Jahr die legendäre Oldtimer Rally „Mille Miglia“ vorbei. Achtung – die langgezogenen Kurven dieser wunderschönen Strecke verleiten zu Geschwindigkeitsüberschreitungen…

Zwischen Pienza und Bagno Vignoni

Unser nächstes Ziel heisst Bagno Vignoni, ein unerwartetes kleines Juwel un weit der Cassia. Im Dorfkern befindet sich ein großes, stillgelegtes römisches Thermalbecken, das oft als Hintergrundkulisse für ein Hochzeitsfoto dient. Auch ein Spaziergang ausserhalb des Dorfes zu verschiedenen Aussichtspunkten lohnt sich, man kann hier sehen, wie das Thermalwasser zum Hang geleitet wird.

Bagni S. Filippo

Zurück auf der Cassia fahrt ihr weitere 20 km bis nach Bagni San Filippo, wo ihr ausserhalb des Ortes die im Wald gelegenen, warmen, für jedermann frei zugänglichen Schwefel-Naturbecken des „Fosso Bianco“ besucht. Die Schwefel-Kalkansammlungen sehen aus wie Schneegebilde und sind ein beeindruckendes Naturschauspiel. Weil diese hier einem weissen Wal ähneln, nennt man sie „Balena bianca“. Das Auto lasst ihr am Straßenrand stehen und folgt dem Weg hinab, den alle gehen. Wenn die ersten und obersten dieser Wasserbecken „besetzt“ sind, lauft ruhig ein Stückchen weiter, ihr werdet eine schöne Badestelle finden. Gut, wer Aqua-Schuhe mit dabei hat. Umkleiden oder Toiletten gibt es hier nicht. Leider gibt es immer mal wieder unachtsame Badegäste, die trotz der Verbotsschilder die Kaskaden erklimmen, dabei abrutschen und schließlich von der Ambulanz gerettet werden müssen…

Radicofani – Sarteano

Solltet ihr noch Muße für ein weiteres kleines, toskanisches Highlight haben, empfehle ich, wieder unten auf der Via Cassia angekommen, eine der folgenden Abzweigungen nach Radicofani zu nehmen.

Von weitem kann man seine monumentale Burganlage erkennen. Von dort oben hat man übrigens eine fantastische Fernsicht über weite Teile der Toskana (und den alten Franziskanerweg). Wer sich für Geschichte interessiert, sollte auch das Museum innerhalb der Festung besuchen. Radicofani selbst hat sehr gepflegte Häuser, Kirchen und Paläste. Es macht Spaß, durch dieses schöne Dorf zu schlendern und immer wieder die Aussicht zu geniessen.

Radicofani ist der südlichste Punkt unseres Ausfluges, von hier geht es über die SP478 in nördlicher Richtung nach Sarteano und Chiusi, beides kleine Dörfer mit einer netten Altstadt.

Querce al Pino – Petrignano del Lago

In Querce al Pino verlasst ihr die SP478 und haltet euch auf der SP 146 in Richtung Chianciano Terme, bis es rechts ab geht auf die SP50 zum Lago Trasimeno. In Località Quattro Poderi biegt ihr an der Ampel links ab und fahrt auf der geraden, etwas langweilig anmutenden SP 326 parallel zur Autobahn (Achtung fest installierte Autovelox Kästen) durch die Ortschaften Montallese und Tre Berte bis ihr in Salcheto rechts ab über die SP 454 wieder nach Pozzuolo bzw. Petrignano gelangt.

Cabernet-Sauvignon, Merlot oder Sangiovese?

Hunger?

Von der Vielzahl der Cafés, Bars und Restaurants in Bagno Vignoni empfehle ich euch die Osteria del Leone, Via Dei Mulini 3 (12.00 – 15.00 und 19.30 – 22.30 h, Montags geschlossen. In der Hauptsaison ist eine telefonische Reservierung angebracht. Tel:  0577 887300).

Aperitivo mit Weitblick

Die Kritiken der Trattorie und Restaurants in Radicofani sind eigentlich alle gut, besonders nett sitzt man auf der kleinen Piazza S. Pietro in der Bar/ Enoteca/ Bruschetteria „Al tocco“.

Tour 2 – nach Norden (ca. 135 km)

Wegstrecke: Petrignano del Lago – Tuoro – Montone – Città di Castello – Palazzo del Pero – Castiglion Fiorentino – Camucia – Petrignano del Lago

Heute werdet ihr ein ganz anderes Umbrien kennenlernen als dasjenige der Tour 1.

Über Ferretto geht es Richtung Raccordo autostradale 6 Bettolle – Perugia und 1 km vor der Autobahnauffahrt, in Borghetto, am Ristorante „La Badiaccia“ auf der rechten Seite biegt ihr rechts ab und durchqueren den kleinen Ort Borghetto. Ihr folgt den Schildern Tuoro, die Straße führt unter einer Bahnlinie durch und verläuft ein kurzes Stück parallel zur Autobahn, um dann leicht anzusteigen. An der T-Kreuzung gleich neben der Tapas Bar „Punta Bella“ biegt ihr rechts ab und folgt den Kurven bis ihr nach links einschlagen müsst, um nach Tuoro zu kommen. Die Straße schlängelt sich um Tuoro herum bergan und nach 6 km befindet sich, sozusagen auf dem Bergkamm rechterhand die Bar (Restaurant und Pizzeria) „Lo Scoiattolo“, ein beliebter Treffpunkt für Motorradfahrer und andere Ausflügler. Man sitzt hier sehr schön und hat einen weiten Blick über den See.

http://www.loscoiattololisciano.it/

Ab hier schlängelt sich die Straße in vielen engen Windungen und durch viel Wald (überwiegend Kastanien und Eichen) weitere 6 km abwärts. Unten angekommen, vor Lisciano Niccone, folgt ihr immer noch den Hinweisschildern nach Città di Castello, indem ihr euch zunächst links haltet, und, auf der Hauptstraße bleibend, in Mercatale, gleich wieder rechts abbiegt. Es folgt ein etwa 20 minütiger Teilabschnitt mit deutlich weniger Kurven entlang der toskanisch-umbrischen Regionalgrenze. Ihr seht zunächst überwiegend Sonnenblumenfelder, aber je weiter ihr nach Norden fahrt, desto mehr Tabakplantagen werdet ihr auf der rechten Straßenseite erkennen. Wußtet ihr, dass in Umbrien seit 1575 Tabak angebaut wird? In Niccone fahrt ihr links ab Richtung Città di Castello, und nach knapp 4 km solltet ihr nicht die Abzweigung (rechts) nach Montone verpassen.

Eines der guterhaltenen Stadttore

Diese bis ins 10 Jahrhundert datierende, kleine, sehr gepflegte Siedlung mit netten Gässchen und einer gut erhaltenen Burg, der Rocca di Braccio, zählt heute zu den schönsten Orten Italiens und ist absolut einen Besuch wert.

Diese Gasse führt von der Rocca abwärts zum Centro

Im centro storico kann man wunderbar sitzen einen Cappuccino trinken, einen Aperitivo, oder auch zu Mittag essen.

Ein Stück Stadtmauer
Hier irgendwo verläuft die Grenze zwischen Umbrien und den Marken

Von Montone kann man die geschichtsträchtige, am oberen Tiber gelegene und für weißen Trüffel bekannte Römerstadt Città di Castello nach wenigen Kilometern erreichen. Entlang der Stadtmauer gibt es viele Parkplätze, von hier könnt ihr in kürzester Zeit das centro storico erreichen. Ihr werdet staunen, wie Renaissance geprägt Città di Castello ist.

Schattige Parkplätze entlang Stadtmauer

Schon Plinius der Jüngere hat die Eleganz und Schönheit dieser Stadt gelobt. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen der Dom, der Palazzo del Podestà, verschiedene Türme, die Pinakothek des Palazzo Vitelli alla Cannoniera (gute Führungen) mit ihrem bezaubernden Garten, die Buchdruckerei aus dem Jahre 1799 (Tipografia Grifani Donati) uvm.

Die Torre cilindrica, eins der Stadtsymbole

Nicht verpassen solltet ihr die beiden zu Ehren Alberto Burris in alten Tabakhallen eingerichteten Museen. Burri zählt zu den größten zeitgenössischen Künstlern Italiens und hinterließ einen Großteil seiner Werke seiner Geburtststadt Città di Castello.

https://www.fondazioneburri.org/en/

Wer sich für Kleinmöbel und Antiquitäten interessiert, kann jeden 3. Sonntag im Monat den Retrò Markt der Stadt besuchen. Die Preise sind hier wesentlich erschwinglicher als auf dem berühmten und überlaufenen Antiquitätenmarkt in Arezzo.

Torre del vescovo (Bischofsturm)

Mein persönlicher Tipp für ein Mittagessen im Sommer ist die Trattoria „Il Cacciatore“ in der Via della Broccina 3 (oder 10?). In dieser kleinen Sackgasse haben draussen im Schatten nur 4 Tische Platz, eine Reservierung ist empfehlenswert: 075 8520882 oder 3475727308 (Dienstags und Mittwochs geschlossen).

Von Città di Castello fahrt ihr nach eurem Besuch noch kurz Richtung Norden (Richtung Sansepolcro) bis ihr die SS3bis nach links verlasst und nun ab Lerchi bzw. Scarzola der SS2bis nach Westen folgt, in Richtung Arezzo, oder besser noch Cortona. Natürlich könntet ihr auch auf der parallel zur Superstrada verlaufenden Landstraße fahren, aber da dieser Teilabschnitt durch uninteressanten Wald läuft, würde man unnötig Zeit verlieren, denn schließlich wartet noch ein letztes Highlight auf euch: Castiglion Fiorentino.

Von Lerchi kommend seht ihr nach etwa 6,5 km rechts das erste Hinweisschild nach Citerna. Wenn ihr diese Abzweigung verpasst, es folgen noch zwei weitere. Das mittelalterliche, von Pilgern stark frequentierte Citerna zählt zu den schönsten Dörfern der Toskana und ist im Reiseführer der „Borghi più belli d´Italia“ verzeichnet. Der kleine Abstecher ist es wert!

Anschließend geht es zurück auf die SP221 bis Palazzo del Pero, einer winzigen, völlig unscheinbaren Ortschaft. Hier nun biegt ihr links auf die kurvenreiche, kleine, km-lange Waldstraße ab, die euch nach Castiglion Fiorentino führt. Es kann gut sein, dass ihr hier im Wald keiner Menschenseele begegnet.

Von Norden kommend könnt ihr – je nach Betrieb – euer Auto direkt auf dem riesigen Parkplatz abstellen, an dem ihr zwangsläufig vorbeikommt. Oder ihr findet etwas weiter unterhalb einen Parkplatz, in der Nähe des Stadttores Porta Fiorentina.

Diese alte Stadt wurde schon im 4 .- 5. Jahrhundert v. Chr. von den Etruskern gegründet, noch heute sind Teile der Stadtmauer sehr gut erhalten. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen u.a. der Palazzo Pretorio, die Pinakothek, die die Kirche S. Angelo miteinschließt, das Kloster S. Francesco, die Logge del Vasari, uvm.

Besonders schön sitzt man nach dem Aufstieg durch das Stadttor oben im Antico Caffé La Posta, an der Piazza del Municipio. Hier oben scheint die Zeit wirklich stehengeblieben und man geniesst eine wunderbare Aussicht.

Von Castiglion Fiorentino fahrt ihr nun über die recht befahrene, wenig attraktive Hauptverkehrsstrasse SR71 unterhalb an Cortona vorbei bis nach Camucia, von wo euch die Via Lauretana über S. Lorenzo und Centoia wieder zurück nach Petrignano del Lago bringt.

Tour 3 – nach Süden (ca. 122 km)

Wegstrecke: Petrignano del Lago – Gioiella – Villastrada – Moiano – San Casciano dei Bagni – Sarteano – Querce al Pino – Porto – Petrignano del Lago

Wieder starten wir mit Blick auf Weinreben…

Weinreben in unmittelbarer Nachbarschaft von Petrignano

… und Sonnenblumenfelder…

… hinter Gioiella, nach Porto fahrend …

work in progress

Spaziergang durch Orvieto

Il Duomo di Orvieto, das Wahrzeichen dieser Stadt!

Einleitung

Wenn hier von einem Spaziergang durch Orvieto die Rede ist, meine ich das bezaubernde, historische Orvieto der Etrusker. Denn unten, im Tal, liegt das von zwei Bahnlinien und einer Autobahn durchzogene „neue“ Orvieto mit dem Namen Orvieto Scalo und seinen vielen Einkaufszentren, Tankstellen und Baumärkten. Das wunderschöne alte Orvieto, mit seinen mehr als  20.000 Einwohnern, thront majestätisch auf einem Felsplateau aus Tuffstein. Man kann es schon von Weitem erblicken. 

Anreise

Mit dem Auto über die A 1 Autostrada del Sole (Mautgebühr Chiusi – Orvieto: circa 5 Euro) oder mit dem Zug ab Castiglione del Lago (Dauer 30-45 min, Fahrkarte circa 6,- Euro). Direkt hinter dem Bahnhof kann man in die kleine Zahnradbahn steigen (ca. 1,50 Euro) und die Altstadt ohne PkW erreichen. Wer fit ist, kann sogar nach der Besichtigung der Stadt den sehr steilen (!) Weg zum Bahnhof hinunterlaufen, anstatt wieder die Zahnradbahn zu nehmen.

Parken (oben)

Ich empfehle euch den großen Parkplatz auf der Piazza Cahen, da meine Backstage Tour hier beginnt und man sich nicht mühsam durch schmale und ganz schmale Einbahnstrassen quälen muss. In der Hochsaison und an besonderen Feiertagen findet man hier nicht immer eine Parkmöglichkeit. Es gibt aber auch ausgewiesene Bereiche entlang der Stadtmauern; darunter der Parcheggio Campo della Fiera, in der Via Belisario 10; ein Lift bringt euch hier zur Altstadt.

Parken (unten)

Oder ihr parkt unten im Tal hinter dem Bahnhof und fahrt mit der Funicolare, einer charakteristischen Standseilbahn, hoch zur Piazza Cahen, (von wo es im Übrigen  auch eine direkte Busverbindung zum Dom gibt). Des weiteren befindet sich auf halbem Weg zwischen Tal und Stadt das Parkhaus Campo Boario, das durch Aufzüge und Rolltreppen mit dem Stadtzentrum verbunden ist; wer sich ins Stadtinnere wagt, kann überdacht in der Via Roma parken oder auf der Piazza Marconi in unmittelbarer Nähe des Domes (hier sollte man allerdings seine Parkzeit nicht überziehen, das wird teuer).

Ein wichtiger Hinweis

Beim Spaziergang durch Orvieto sollte man zwei Highlights auf keinen Fall versäumen, ich habe sie beide ans Ende meiner Tour gesetzt: den Duomo und die Orvieto Underground -Tour, eine geführte Entdeckungsreise durch die Jahrtausend alte, unterirdische Stadt, die unbedingt im Voraus gebucht werden muss, eine Stunde dauert und neben dem Dom beginnt. (Ticket: circa 7 Euro, mind. 4 x  täglich.) 

Nähere Infos: http://www.orvietounderground.it/index.php/de/

Andiamo!

Gleich am Parkplatz der Piazza Cohen beginnt unser Spaziergang durch Orvieto, ihr geht Richtung Nordosten, vorbei an Touristen-Informationsbüro und Seilbahnstation, zum Pozzo di S. Patrizio, dem 58,5 m tiefen Brunnen aus dem 16. Jahrhundert. Ein Infoblatt dazu gibts an der Kasse.

Der bemerkenswerte Brunnen aus dem 16. Jahrhundert

Wer sich wirklich für diese raffinierte Brunnenkonstruktion mit den beiden ineinander gedrehten Wendeltreppen interessiert, sollte die 5 Euro (2019) Eintrittsgeld investieren und die insgesamt 248 flachen Stufen auf sich nehmen. 

Von oben hineingeschaut

Schattige Erholung nach der Brunnenbesichtigung findet ihr direkt am Ein-/Ausgang oder gleich nebenan in der mittelalterlichen Albornoz-Festung (1364), einem alten, päpstlichen Fort, das heute den öffentlichen Stadtpark Orvietos (Giardino Comunale) bildet. Von hier geniesst man einen schönen Blick auf das Tal, auf die die Stadt umschliessenden Hügel und auf Teile der Stadtmauer.

Rocca Albatraz

Mit bunten Blumen geschmückte Gassen und Gässchen

Unser Spaziergang durch Orvieto beginnt und ausgeruht macht ihr euch auf den leichten Anstieg der gegenüber des Stadtparks beginnenden Strasse Corso Cavour.

Es wimmelt hier von kleinen Gässchen

Nette, kleine Restaurants und dann und wann ein kleines Geschäft oder eine Bar säumen den Anfang eine der Hauptgassen ins Zentrum von Orvieto. Auf der Piazza S. Angelo, wo die gleichnamige Kirche steht (meistens geschlossen), kann man einen guten Cappuccino trinken. 

Da schaut er kurz heraus, der Dom

Und immer weiter leicht bergan

Ihr spaziert weiter leicht bergauf bis zur Piazza Fracassini rechterhand. Hier biegt ihr rechts ab in das schmale Gässchen namens Via Marabottini Valente, wo wenige Autos mit eingeklappten Spiegeln parken. Vorbei an der rechts abbiegenden Via delle Donne geht ihr soweit, bis ihr links in die Via del Pozzo Bianco einbiegen könnt, die direkt auf die charmante Piazza del Popolo führt. 

Piazza del Popolo (1)

Reges Treiben auf dieser Piazza

Hier findet Donnerstags und Samstags morgens ein netter, geschäftiger Wochenmarkt statt. Rechts von euch befindet sich der auch bei Markt nicht zu übersehende Palazzo del Popolo aus dem 13. Jahrhundert mit seinen Triforen und ghibellinischen Zinnen. Heute ist der Palazzo ein modernes Kongresszentrum. Auf dieser Piazza könnt ihr euch ein bischen ausruhen, es gibt viel zu sehen: Priester, Kinder, die Fussball spielen, musizierende oder diskutierende Studenten, Schauspieler, Alt und Jung, dazwischen die Marktstände mit Obst und Gemüse, Unterwäsche, Fisch, Fleisch und Käse. 

Piazza del Popolo (2)

Tolle Aussichten

Dann geht ihr wieder ein Stück zurück aus der Richtung, aus der ihr gekommen seid, lasst den Palazzo in seiner Querseite hinter euch liegen und gelangt über die Via della Costituente zurück zum Corso Cavour, um dort bei der Hausnummer 87 für 3,- Euro Eintrittsgeld den mittelalterlichen, 47 m hohen  Turm Torre del Moro zu besichtigen (Aufzug oder 240 Treppenstufen). Kasse und Eingang sind bei großem Andrang leicht zu übersehen, sie befinden sich vor dem Buchladen Libreria dei Sette. Gegenüber kann man umbrische Spezialitäten und Wildschwein-Panini kaufen. Nach dem Aufstieg bei hoffentlich gutem Wetter werdet ihr mit einer sagenhaften Aussicht auf die Altstadt, ihren Dom und die umbrische Weite ringsum belohnt! Natürlich kann man beim Spaziergang durch Orvieto die Torre del Moro aus auslassen.

Vom Turm nach Süden geguckt.

Das Herz Orvietos

Zurück auf dem Corso Cavour, folgt ihr diesem in Richtung Piazza della Repubblica (nach Süd-Westen also), vorbei am Cashmere Factory Outlet auf der rechten Seite, bis rechts die Gasse Vicolo del Popolo abgeht und ihr links in die Via Gualverio Michelangeli einbiegt. Sie ist nach dem gleichnamigen Holzkünstler aus Orvieto benannt, was man an den kleinen Holzwerkstätten und Bottegas in dieser Gasse erkennt. Hier wird es langsam ruhiger. 

Ihr biegt rechts in die Via Cipriano Manente ein, die euch direkt auf die Piazza della Repubblica führt. 

Piazza Repubblica: Kirche Sant´Andrea und ihr auffallender Glockenturm

Dieser großzügig angelegte Platz mit seinen Geschäften, Eisdielen und Caffés ist das Herz Orvietos. Der an manchen Tagen hier stattfindende kleine Bauernmarkt zieht viele Einheimische und Besucher an. Neben dem Rathaus (Palazzo Comunale) aus dem 12. Jahrhundert steht hier die sehr schlichte Kirche Sant´Andrea mit dem auffallenden, eckigen Glockenturm, ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert. Sie wurde auf den Fundamenten eines etruskischen Tempels gebaut und ist eine der interessantesten Kirchen Orvietos. Wenn sie nicht geschlossen ist, solltet ihr unbedingt einen Blick hinein werfen und, sofern möglich, an einer Führung durch die unterirdischen Ruinen teilnehmen.

Schuhe nach Maß gesucht? Ein kleiner Tipp…

Bevor ich euch nun auf den Weg zum Highlight des Tages, dem „Duomo“ macht, noch ein kleiner Tipp für einen nicht allzu weiten Abstecher: Schuster Federico Badia in der Via Giuseppe Garibaldi, 27 fertigt Schuhe nach Maß! Wer ein paar schöne, italienische, handgefertigte Lederschuhe sucht, ist hier an der richtigen Adresse.

Doch zurück zur Piazza della Repubblica, hier müsst ihr euch entscheiden: entweder ihr lauft mit dem Touristenstrom über den Corso Cavour zurück nach Nordosten bis rechts die Via del Duomo abzweigt. 

Oder ihr nehmt wieder die Via Cipriano Manente zurück, an deren nächsten T-Kreuzung biegt ihr links ab in die Via Luca Signorelli, die gleich anschließend einen Rechtsknick macht und am Ende auch in die Via del Duomo mündet. Wie der Name sagt, führt diese Gasse zum Dom.

Wir nähern uns…

Lust, ein kleines Start-up zu unterstützen?

Auf dem Weg zur Via del Duomo, im Corso Cavour 3, liegt etwas versteckt, in einem Hinterhof, aber gut ausgeschildert, ein interessantes, sehr kleines Art-Design-Bike Geschäft, ein Start-up dreier junger Italiener mit dem Namen Ciclo Stile. Man erkennt es an den vor dem Eingang parkenden Fahrrädern.

Der schönste gotische Dom Italiens

In der Via del Duomo seid ihr leider nicht mehr alleine unterwegs, alle Wege führen zum Duomo und zur gleichnamigen Piazza del Duomo. Und…auf einmal steht er vor euch! In all seiner Pracht!

Für den Besuch des Duomo sollte man etwa 20 min einplanen, Eintrittskarten gibts nebenan im Museo Emilio Greco, 4 Euro für den Dom alleine, 5 Euro für Museum und Dom. Die grandiose Aussenarchitektur zählt zu den spektakulärsten Bauwerken in ganz Italien, besonders nachmittags lässt sich die Fassade mit tollen Lichteffekten fotografieren, man könnte Stunden davor verbringen und sie studieren… Das Innere der Kathedrale scheint im ersten Augenblick nicht so interessant, aber …. aufgepasst…für Kenner der Kunstgeschichte ist die im Dom befindliche Capella Brizio mit den sagenhaften Fresken von Luca Signorelli ein absolutes MUSS.

Die Fassade des Doms ist…einzigartig.

Gleich drei Museen an einem Ort

Das kleine Museo Emilio Greco neben dem Dom ist dem Werk des Bildhauers Emilio Greco gewidmet, er hat die monumentalen Türen des Domes geschaffen. Kunst und Skulpturen dieses Künstlers sind Geschmacksache. 

Museo Emilio Greco

Für meine Begriffe wesentlich interessanter sind die beiden Museen gegenüber des Domes, das Museo Claudio Faino und das Museo Civico. Dieser elegante, historische Palazzo steht voller etruskischer Artefakten, alle mit ganz eigenem, für die Region typischen Charme und doch jedes für sich einzigartig. Ein ganz besonderes Erlebnis ist es jedoch, von der Witwenbank aus der 3. Etage die Mosaiken der Domfassade aus nächster Nähe zu betrachten (es gibt einen Aufzug). Auch die Decken im Museum sind beeindruckend. Die Ausstellung im Erdgeschoss (Museo Civico) besteht aus von der Stadt Orvieto im 19. Jahrhundert zusammengetragenen Antiquitäten in 3 Räumen. (Es gibt nur eine Eintrittskarte für beide Museen zusammen: 10 Euro).

Orvieto Underground – eine unterirdische Entdeckungsreise

Unser Spaziergang durch Orvieto endet eigentlich am Dom bzw. bei den Museen. Ich hoffe, ihr habt noch Lust und Kraft, in dieses faszinierende 3000 Jahre alte Höhlenlabyrinth hinabzusteigen! Es lohnt sich und ihr werdet es nicht bereuen! Startpunkt gegenüber vom Museo Emilio Greco (siehe oben).

Hunger?

Stadtentdecker müssen essen und trinken!

Hier ein paar Tipps (bitte vorab die Öffnungszeiten checken)

♦︎ das Ristorante/ Trattoria La Pergola,Via Magoni 9B

(schon immer ein Familienbetrieb, zentral gelegen, moderne und bunte Holzeinrichtung, einfache typisch umbrische Küche, hervorragende lokale Weine).

♦︎die Trattoria La Grotta, Via Luca Signorelli 5. 

(typische orvietanische Küche, gutes Preis-Leistungsverhältnis, freundliches Personal).

♦︎ La Bottega Roticiani, Piazza Sant´Angelo 1

(Metzger & Streetfood, traditionelle antike umbrische Gerichte, ohne viel Schnickschnack, Hausmannskost).

♦︎ das Ristoria dei Monaldeschi, Piazza Monaldeschi 1

(Familienbetrieb, GLUTENFREE,  bekannt für seine riesengroßen, guten Pizzen).

☛ nicht empfehlenswert: Bistrò Mercanda, Via Giuseppe Garibaldi 10

VINO: Noch besser schmeckt´s mit einem Glas weißen, halbtrockenen bis trockenen Orvieto Classico, dessen Rebsorten i.d.R. aus zwei Regionen stammen: Trebbiano /Toskana (lokal auch „Procanico“ genannt) und Grecchetto /Umbrien. Er und seine süße Variante Abboccato (Dessertwein) zählen zu den Haupterwerbsquellen der Orvietaner.

Alle Besichtigungspunkte im Überblick:

⋄ Pozzo di S. Patrizio, Piazza Cohen (Parkplatz) 

⋄ Albornoz-Festung im Giardino Comunale, Piazza Cohen (Parkplatz)

⋄ Palazzo del Popolo, Piazza del Popolo, 1 (ganztags geöffnet)

⋄ Torre del Moro, Corso Cavour, 87 (tägl. 10.30 – 16.30 h)

⋄ Piazza della Repubblica

⋄ Kirche Sant´Andrea, Piazza Della Repubblica

⋄ Duomo (und Capella Caprizio), Piazza del Duomo, 26

⋄ Museo Emilio Greco, Piazza del Duomo, (täglich 9.30 – 19.00 h)

⋄ Museo Faina & Museo Civico, Piazza del Duomo, (täglich 10.00 – 17.00 h)

⋄ Orvieto Underground, Piazza del Duomo, 23 (tägl. 10.30-12.30 h, 15.30-17.30 h)

⋄ Ciclo Stile, Art-Design-Bike, Corso Cavour, 3

⋄ Federico Badia, Schuhe nach Maß, Via Giuseppe Garibaldi, 27

☛ Bedenkt, dass sich die Öffnungszeiten in Italien schon mal ändern können, einfach so…