Rezepte zum Nachkochen

Löwenzahn Marmelade

Dies ist ein Rezept meiner lieben, schon älteren Nachbarin Pia, das ich gerne an euch weitergebe.

Hinweis: Die Löwenzahnblüten unbedingt im Frühjahr und bei Sonnenschein ernten, wenn möglich in der Mittagssonne bis 12:00 Uhr!

Zutaten

3 Handvoll frisch aufgegangene Löwenzahn-Blüten* (200 Stk)

1 Zitrone

1 Orange

1,2 L Wasser

500 g Gelierzucker 1:3

n.B. Zimt, Ingwer, Sternanis

ggf. etwas Rohrzucker dazugeben (karamellisiert den Geschmack)

Die 200 gelben Kelchblätter werden von der Pflanze abgezupft, Zitrone und Orange in dünne Scheiben geschnitten. Das Ganze wird mit dem Wasser übergossen und zum Kochen gebracht. Etwa 10 min köcheln lassen. Über Nacht zugedeckt ruhen lassen.

Am nächsten Tag die Masse mit einem Pürierst zerkleinern und mit dem Gelierzucker nach Anleitung zur Marmelade verarbeiten.

Medizinische Effekte

Der Löwenzahn verfügt über entschlackende und entgiftende Eigenschaften und ist besonders gut für Gallenblase und Leber. 

Die Blüten des Löwenzahns, wie auch die ganze Pflanze, sind ein mildes Abführmittel und harntreibend. Das bedeutet, dass sie den Stoffwechsel anregen, ohne Unbehagen zu verursachen.

Wenn euch Heil- und Wildkräuter interessieren, bitte lest dazu auch meine Seite:

https://casalauretana.com/de/eine-vielzahl-von-kraeutern-entdecken/


Toskanische Cantuccini / Umbrische Tozzetti

Cantuccini selber machen ist einfacher als man glaubt!

Das Grundrezept ist in beiden Regionen gleich.

Zutaten (etwa 50 Stück):

6 Eier

150 g Zucker

200 ml Olivenöl

300 ml Weißwein

abgeriebene Schaler 1 unbehandelten Zitrone

300 g Mehl

15 g Backpulver

Puderzucker

Zubereitung:

Butter mit Zucker, einer Prise Salz, Vanille, Zucker und Zitronenabrieb schaumig schlagen. 

Zunächst die Eier einzeln dazugeben, dann Mandeln und Anissamen. Alles gut verrühren.

Mehl und Backpulver vermischen und auf der Arbeitsfläche anhäufen. Mit der Faust in der Mitte eine Kuhle bilden und den flüssigen Teig hineingeben, alles gut durchkneten.

Kleine Laibe formen und 25 min lang bei 175°C backen, wenn sie etwas abgekühlt sind (lauwarm) in Scheiben schneiden. Anschliessend nochmal für 10 min. in den Ofen schieben, bis die Tozzetti leicht gebräunt sind.

Sie sollten hart sein, um als Dessert in den berühmten VIN SANTO getaucht zu werden.

Anmerkung: In einer guten Keksdose lassen sie sich bis zu 3 Monaten aufheben.


Tipp: Auf der Seite „Was hier so wächst“ , Wildkräuter, Buon Enrico findet ihr noch ein gutes Pasta-Rezept:

https://casalauretana.com/wp-admin/post.php?post=3695&action=edit&lang=de


Tegamaccio (Fisch-Suppe)

Zutaten (4 Personen):

800 g gemischter Fisch (Aal, Hecht, Schleie, Barsch und was Sie sonst noch finden können)

1 Zwiebel

1 Staudensellerie

2 Knoblauchzehen

1 Bund Petersilie

400 g Tomatenpüree

Zubereitung:

Den Fisch waschen, putzen, in Stücke schneiden.

Zwiebel, Sellerie, Knoblauch und Petersilie hacken und im Öl anbraten. Die Fischstücke dazugeben, jedoch nicht alle auf einmal, sondern in der Reihenfolge des Garens. Den Eintopf würzen, dann die Tomaten, Salz und Pfeffer dazugeben und warten, bis sich eine schöne Sauce bildet.

Heiß servieren.

Tegamaccio del Trasimeno

Anmerkung

Manche Leute servieren diese Zubereitung, die eine Mischung aus Fischeintopf und Fischsuppe ist, über geröstete, mit Knoblauch eingeriebene Brotscheiben gegossen.

Man kann auch rote Chilischoten dazu nehmen. 

Der Tegamaccio ist ein typisches Rezept des Trasimeno-Sees, stammt aber ursprünglich aus der Gegend des Lago di Chiusi.


Das gibt es nur hier

Die Küche im landwirtschaftlich geprägten Umbrien lockt mit besonders liebevoll zubereiteten und seltenen Spezialitäten, die man unbedingt probieren sollte.

Aglione – Riesenknoblauch

Allium Ampeloprasum ist sein lateinischer Name, wir sagen „Ackerknoblauch“ oder „Sommerknoblauch“, die Amerikaner nennen ihn „Elefantenknoblauch“, die Italiener sagen „Aglione“. 

Aglione der Casa Lauretana (2020)

Man erkennt ihn an seiner überdimensionalen Größe (eine Knolle kann bis zu 500 g auf die Waage bringen), den wunderschönen lila Blütenkugeln und an den langen Wurzeln, die viel länger sind als die des herkömmlichen Knoblauchs. 

Sicher seid ihr unterwegs schon an verschiedenen „aglione“ Schildern vorbeigefahren. Besonders gut wächst er im toskanischen Val di Chiana oder generell in der Gegend von Arezzo, Siena und Perugia. Immer mehr Bauern oder auch Privatpersonen bauen diese wunderbar schmeckende Knoblauchsorte mit ihren unzähligen Heilwirkungen im Garten an und verkaufen sie. 

Zum Vergleich: normaler Knoblauch

Aglione hilft u.a. gegen Hypertonie, Thrombose und schlechte Laune, sowie gegen Krebs, Übergewicht, Diabetes und hohen Cholesterinspiegel.

Spätestens in einem toskanischen oder umbrischen Restaurant wird er euch auf der Speisekarte unter „Pici all´aglione“ begegnen (handgemachte Spätzle-ähnliche Nudeln mit einer Tomaten-Riesenknoblauch-Soße). 

Außerdem ist er nicht nur wegen seiner vielseitigen Heilwirkungen und seines recht milden Geschmacks beliebt, sondern auch, weil man nach seinem Verzehr nicht aus dem Mund riecht, wie bei herkömmlichem Knoblauch. 

Aglio & Aglione der Casa Lauretana (2021)

DAS Geheimrezept:

Pici all´aglione ist wohl das meist verbreiteste Gericht in dieser umbrisch-toskanischen Region, hier das Originalrezept der Knoblauchsosse:

Zutaten (4 Personen): 4-5 Zehen Aglione (gerieben, besser zerdrückt), peperoncino n.B., etwas Olivenöl, einen Schluck Wasser und 350 g reife, frische, kleingeschnittene Tomaten.

Öl und Wasser in eine große, tiefe Pfanne geben, den zerdrückten Aglione dazugeben, salzen und zugedeckt auf moderater Flamme etwa 5 min. köcheln lassen, dabei öfter kontrollieren, dass er nicht anbrät. Die Tomaten und den klein gehackten Peperoncino hinzufügen, zugedeckt und auf niedriger Flamme so lange weiter köcheln lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Diese Aglione-Sosse eignet sich für (lange) Pasta und für Bruschetta!

☞ Niemals Aglione in Öl rösten!


La Fagiolina del Trasimeno – eine edle Bohnensorte

Schon die Griechen scheinen diese Böhnchen um 300 v. Chr. angebaut zu haben. Später fand man sie bei den Etruskern am Trasimenischen See wieder. Durch die Entdeckung Amerikas gelangten danach viele weitere südamerikanische Hülsenfrüchte ins heutige Europa, die größer und leichter anzubauen waren, sodass die Trasimeno-Bohne nach und nach vom Speiseplan zu verschwinden drohte. 

Die Fagiolina, wenn sie blüht

Erst im 20. Jahrhundert tauchte sie wieder auf. 1931 wird sie u.a. in einem italienischen Gastronomieführer des Touring Club Italiano als kleine, weissliche Bohnensorte mit braunem Auge erwähnt, einfach in der Zubereitung und äusserst schmackhaft. Vereinzelte Bauern um den Trasimenischen See begannen sie wieder systematisch anzubauen, obwohl ihre Ernte recht mühsam ist, weil die Bohnen nicht alle gleichzeitig reifen. 

geerntet und getrocknet

Heute gilt die Trasimeno-Bohne sogar als eine von „Slow Food Italien“ als schützenswerte, anerkannte Pflanzenart und fehlt auf keiner umbrischen Speisekarte. Die Fagiolina del Trasimeno zeichnet sich aus durch ihren hohen Anteil an Eiweiss und Eisen, und ihrer weichen Schale ist es zu verdanken, dass man sie nicht stundenlang einweichen muss vor dem Kochen.

Man unterscheidet zwei Sorten: Die cremeweisse Bohne mit einem sehr delikaten, milden und süsslichen Geschmack und die kräftigere, bunte Variante, die eher etwas nussig schmeckt. Gegessen wird sie als dickflüssiger Eintopf im Winter, als Belag auf einer Bruschetta im Sommer oder als Beilage zu Fisch und Fleisch.


Broccoletti del Lago

Diese Broccoletti werden auf den Sandböden am Trasimeno-See angebaut, man findet sie insbesondere in der Nähe von Magione, Passignano und Tuoro sul Trasimeno, Castiglione del Lago und Panicale. Genau gesagt versteht man unter „Broccoletti“ die vielzähligen Triebe, die diese Rübenpflanze abwirft, wenn sie vor der Blütezeit geerntet wird.

Man kocht sie zunächst und brät sie anschliessend mit Öl und Knoblauch an. Aufgrund ihres zartbitteren Geschmacks sind sie sehr geschätzt. In der Regel werden sie am Ende des Winters und zu Beginn des Frühjahrs geerntet.

Foto folgt demnächst.


Rote Zwiebeln aus Cannara

Dank des besonderen Klimaregimes und der Zusammensetzung der sandigen und feuchten Böden kann die Stadt Cannara bei Foligno auf eine uralte Tradition in der Zwiebelproduktion zurückblicken.

Cipolle rosse di Cannara

Unter den zahlreichen Sorten (u.a. die Dorata, die Borettana oder die Bianca Piatta) ist die „rossa“ (rote Zwiebel) wohl die Bekannteste.

Es handelt sich um eine Zwiebelpflanze mit abgerundeter Form und einem klaren Fruchtfleisch, das mit einer violett-roten Schicht bedeckt ist. Ihr Geschmack ist im Gegensatz zu anderen Sorten sehr zart und süß. Sie wird nach traditionellen Techniken auch heute noch von Hand angebaut und ist in der Küche vielseitig einsetzbar.


Patata rossa di Colfiorito

Die rote Kartoffel aus Colfiorito gehört zur niederländischen Sorte Désirè. Diese Knolle hat es geschafft, sich perfekt an das bergige Colfiorito-Plateau anzupassen, da sie Regengebiete, sandige Böden und niedrige Temperaturen bevorzugt – alles Merkmale der Provinz Perugia.

Diese Kartoffel hat eine dünne und rauhe Schale in einer charakteristischen undurchsichtigen roten Farbe. Sie ist sehr vielseitig in der Küche anwendbar und eignet sich für Salate, zum Kochen, Grillen oder Braten, aber auch zur Herstellung von Brot, Focaccia und Kartoffelpüree.

Foto folgt demnächst.


Sedano nero di Trevi

Es gibt nur wenige Erzeuger des schwarzen Trevi-Selleries, ein Slow Food Produkt, das von unseren Tischen zu verschwinden droht. Die Lieferkette ist sehr kurz und aufgrund seiner Seltenheit kann man ihn außerhalb der Provinz Perugia nur selten finden. Der Name rührt daher, dass die Selleriestangen eine dunkelgrüne Farbe annehmen, wenn man sie ohne besondere Behandlung wachsen lässt, und dass sie heller werden, wenn man sie vergräbt. 

Der Samen wird im April, traditionell an Karfreitag, fast schon prozessionsmäßig am Fuße der Stadt Trevi gepflanzt. Und einige Wochen vor der Ernte wird der Sellerie, damit er in die Höhe wachsen kann, eingewickelt und bis zu den Blättern eingegraben, damit die Stangen weiß werden. Im Oktober ist der Sellerie erntereif.

Die Länge der Stangen, das Fehlen von Fäden, das zarte Fruchtfleisch, sowie der intensive Geschmack und sein Aroma unterscheiden ihn von herkömmlichem Sellerie.

Foto folgt demnächst.


Gli asparagi selvatici

Der wilde Spargel (Asparagus acutifolius) wird auch als „scharfer Spargel“ bezeichnet und ist aufgrund seiner besonderen organoleptischen Eigenschaften (Geschmack, Textur, Geruch, Farbe oder Temperatur) eine begehrte Zutat, die sich vor allem als Würze für erste Gänge, Risotto, aber auch für Omeletts eignet.

Beim Spazieren oberhalb vom Trasimeno See gepflückt

Rote Linsen aus Castelluccio di Norcia (IGP)

Diese Linsen werden auf einem Hochplateau des Nationalparks der Monti Sibillini angebaut, in 1400 m Höhe. Für andere Kulturen ist dieses Plateau wegen seines besonders starren und variablen Klimas nicht geeignet.

Sie sind sehr resistent gegen Parasiten, wachsen als kleine Samen in Hülsen, haben eine runde und abgeflachte Form und sind grün bis braun. Nach der Ernte, die früher ausschließlich von Hand stattfand, werden die Schoten getrocknet und vor der Verpackung geschält, gereinigt und selektiert.

Die Linsen von Castelluccio di Norcia zeichnen sich durch eine dünne Schale und einen hohen Proteingehalt aus; sie werden zur Zubereitung von schmackhaften Suppen oder herzhaften Salaten verwendet.

Die gesunden umbrischen roten Linsen


Il Pecorino

Pecorino ist ein italienischer Hartkäse, der ursprünglich aus reiner Schafmilch hergestellt wurde. Heute gibt es auch günstigere Sorten im Handel, denen Kuh- oder Ziegenmilch beigemischt wird. Pecorino enthält viel Eiweiß, soll lange fit halten, stärkt weiche Knochen, ist relativ fettarm und enthält Laktose.

… macht süchtig

Man unterscheidet Pecorino romano, Pecorino sardo, Pecorino siciliano und Pecorino Toscano, alle vier sind DOP (geschützte Ursprungsbezeichnung für Lebensmittel in Italien). Uns interessiert der hier weit verbreitete Pecorino Toscano, den schon die Etrusker produzierten, den Lorenzo de Medici sehr liebte und der für Qualität und eine tiefe Verwurzelung in der Heimat steht. Die wohl beliebteste Sorte ist der nach Lorbeer schmeckende Pecorino di Pienza aus dem Val d´Orcia (südlich von Siena). Generell liegt man mit einem Pecorino aus dem Val d´Orcia immer richtig, die Auswahl der jeweiligen Geschmacksnuancen ist unermesslich.

Pecorino in Asche und Lorbeer

Pecorino fresco ist weisslich, blass in der Farbe, sehr mild und fein-säuerlich im Geschmack und wird gerne in Salaten verwendet.

Pecorino semi-stagionato ist halb gereift (min. 60 Tage), leicht löchrig, hat eine dünne Kruste und schmeckt angenehm salzig. Er wird gerne als Belag auf einem Panino oder als Antipasto serviert.

Pecorino stagionato ist 4 – 36 Monate gereift, hat einen hohen Fett- und Salzgehalt, zu dem sich während des Reifeprozesses noch weitere süße, caramelartige Geschmacksaromen hinzufügen. Er gilt als streng im Geschmack und wird i.d.R. als Reibekäse verwendet.

Hin und wieder trifft man sie unterwegs

La Chianina – die größte Rinderrasse der Welt

Herkunft und Rasse

Die Chianina ist die größte Rinderrasse der Welt, und die älteste Italiens. Bereits auf Darstellungen der Etrusker finden sich Chianina-Rinder und auch Plinius, der Ältere hat sie erwähnt. Chianina-Rinder stammen ursprünglich aus der Toskana, Umbrien und den Marken in Mittelitalien und genießen oft das Privileg von kilometerweitem Freilauf.

Ein noch junges Exemplar

Das Chianina Rind ist Lieferant eines der größten T-Bone-Steaks und gehört mit einem Stockmaß von bis zu 1,80 m und einem Gewicht von 1.500 kg weltweit zur größten Rinderasse. Und da sie schon seit über 2.500 Jahren im gleichnamigen Val di Chiana (Chiana-Tal) leben, sind sie auch die ältesten, noch lebenden Fleischrinder. 

Auch diese Chianina kann noch wachsen

Typisches Kennzeichen der „Razza Chianina“ ist ihr auffällig unauffälliges Fell. Bei Geburt zunächst noch rötlich-braun, wechselt es beim ausgewachsenen Tier zu einem klaren Porzellanweiß, wovon sich auch die Bildhauer im antiken Rom inspirieren ließen.

Bistecca alla Fiorentina

Feinschmecker aus aller Welt kommen in diese Gegend, um eine Bistecca alla Fiorentina zu essen, eben dieses kolossale Stück Fleisch, kurz über Kohle gegrillt.

Eine Bistecca alla Fiorentina wird nicht einfach serviert – sie wird wahrlich z e l e b r i e r t; eine Bistecca alla Fiorentina ganz alleine verspiesen zu wollen, grenzt an Übermut. Man sollte sich immer Unterstützung holen bei diesem Erlebnis.

Bistecca alla Fiorentina

Was unterscheidet eine Bistecca alla Fiorentina von einem Porterhouse-Steak? 

Auf den ersten Blick scheint es sich um dasselbe Stück Fleisch zu handeln, aus dem Rücken geschnitten und in der Mitte ein Stück Rückgrat-Knochen. Aber die Bistecca alla Fiorentina stammt vom Chianina-Rind und ist viel größer als ein Porterhouse-Steak. Darüber hinaus geniesst sie eine hohe Wertschätzung und gilt in der Toskana als regelrechtes Kulturgut. Es darf niemals länger als 12 Minuten gegrillt werden, und zwar ausschliesslich auf einem Holzkohlegrill. Wie kann das sein? 12 Minuten für 1,4 Kilogramm Fleisch? Das ist richtig, denn man ißt tatsächlich den größten Teil des Steaks roh. Das hat seine Gründe, denn das wesentliche Merkmal der Bistecca Fiorentina ist der vergleichsweise geringe Anteil an Fett. Sein Charakter lässt sich beschreiben als kernig, saftig, fleischig und bissfest, aber nicht zäh. Das Porterhouse-Steak hingegen wiegt i.d.R. 600 gr, wird ebenfalls 12 Minuten gegrillt und kennzeichnet sich durch einen extrem zarten Biss.

Hinweis: Auf Wunsch können wir gerne einmal zusammen eine Chianina Farm in der Nähe besichtigen.


La Cinta Senese – ein ganz besonderes Schwein

Cinta Senese ist eine Schweinerasse, die schon von den Etruskern gezüchtet wurde und überwiegend in der Region um Siena zu finden ist. Charakteristisch für diese Rasse ist der weiße Streifen (Cinta) über Nacken, Brustkorb und Vorderhufen, am restlichen Körper sind die Borsten schwarz. Diese „etruskischen“ Schweine ernähren sich überwiegend von Eicheln, Gräsern und Kräutern, die sie in den Mischwäldern und Feldern finden. Daher sind sie nicht für die Stallhaltung geeignet. Sie wachsen auch sehr langsam und erreichen erst nach etwa 2 Jahren ihr Schlachtgewicht von 150 kg. Da dies für viele Züchter unrentabel ist, haben sie sie durch schneller wachsende Rassen ersetzt, sodaß die Sieneser Sattelschweine immer seltener werden. 

Aber – der Feinschmecker schätzt die Cinta Senese umso mehr, denn durch das langsame Wachstum bekommen die Schweine einen ganz besonderen Geschmack. Charakteristisch für das Fleisch der Cinta Senese ist der geringe Anteil an intramuskulärem Fett, das beim Anschnitt sichtbar wird. Auch für den Geschmack und die Saftigkeit des Fleisches ist der relativ niedrige Fettanteil von großer Bedeutung.

Aus dem Fleisch der Tiere werden i.d.R. drei Hauptprodukte erzeugt:

Diese lieben Schweine gehören einem Nachbarn

1) Il Salame di Cinta Senese :

Zur Herstellung der „Salame di Cinta Senese“ werden Fleisch und Fett des Schweines mittelgrob zerkleinert und dann mit Salz, Pfeffer, Zucker und Rotwein (üblicherweise Chianti) gewürzt. Die Masse wird dann in Naturdärme von Schweinen oder Rindern abgefüllt, um nun unter kontrollierten kühlen und luftigen Bedingungen zu reifen. Die Reifedauer hängt ab vom Gewicht der einzelnen Salami und dauert von etwa 3 Wochen bis hin zu mehreren Monaten.

Fertig gereifte Salame di Cinta Senese hat eine längliche Form und ein Gewicht zwischen 500 g und 2 kg. An der Oberfläche befindet sich natürlicher, weißer Edelschimmel, der mitgegessen werden kann. Salame di Cinta senese ist für eine Salami recht mager, sie hat eine kräftig rote Farbe, die weißen Fettstücke sind gleichmäßig verteilt. Salame di Cinta Senese schmeckt sehr intensiv, kräftig und aromatisch. Sie eignet sich hervorragend als Antipasto, passt aber auch gut zu frisch gebackenem, knusprigem Weißbrot.

2) La Finocchiona di Cinta senese:

Diese Fenchelsalami ist kräftig mit wildem, toskanischem Fenchel gewürzt ist.

3) Il Prosciutto di Cinta Senese

Der Schinken ist dunkelrot, mit Knochen und weißem, aromatischen Fett. Er reift 12-18 Monate, je nach klimatischen Bedingungen. Im Geschmack ist er tief und komplex.


Bacio Praline, Bacio Schokolade, Bacio Eis… und Luisa Spagnoli

Ein kleiner Liebesgruß und die Folgen

1922 schickte Luisa Spagnoli, Gründerin einer Süßwarenfabrikation in Perugia, diese Praline als Liebesgruß an ihren Angebeteten Giovanni Buitoni und ahnte nicht, welch großen Erfolg sie damit einmal haben würde.

Bacio Praline

Was für ein beeindruckender Unternehmergeist diese Frau war und wie sehr sie sich für ihre Angestellten, insbesondere aber für die Frauen, eingesetzt hat, weiß heute kaum noch jemand. Hier ist ihre Geschichte: 

Wie alles anfing

Luisa Sargentini wird am 30. Oktober 1877 in Perugia als Tochter des Fischhändlers Pasquale und der Hausfrau Maria geboren. Schon als junges Mädchen ist sie wild entschlossen, Unternehmerin zu werden, was für die damalige Zeit als Frau völlig absurd scheint. Mit 21 Jahren heiratet sie den Sportdirektor Annibale Spagnoli und übernimmt mit ihm zusammen ein Lebensmittelgeschäft, in dem Konfetti hergestellt werden.

1907 eröffnen die Spagnolis zusammen mit dem Nahrungsmittelproduzenten (u.a. Pasta) Francesco Buitoni eine kleine Firma mit etwa fünfzehn Mitarbeitern im historischen Zentrum von Perugia und nennen sie Perugina.

La Perugina

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird die Fabrik von Luisa und ihren Kindern Aldo und Mario geleitet, und gegen Ende des Krieges beschäftigt die Perugina als erfolgreiche Fabrik mehr als einhundert Angestellte.

Giovanni Buitoni

Annibale kann dem Unternehmergeist seiner Frau nicht mehr folgen, ihre Interessen gehen zu sehr auseinander und er verlässt das Unternehmen 1923. In dieser Zeit beginnt Luisa eine Liebesbeziehung zu Giovanni, dem vierzehn Jahre jüngeren Sohn ihres Geschäftpartners Francesco Buitoni. Es entwickelt sich eine große Liebe zwischen den beiden, doch aufgrund des hohen Altersunterschiedes müssen sie ihre Beziehung ein Leben lang geheim halten.

Luisa setzt sich für die Arbeiterinnen ein

Luisa, die dem Verwaltungsrat des Unternehmens beigetreten ist, widmet sich der Konzeption und Schaffung sozialer Strukturen zur Verbesserung der Lebensqualität der Arbeiter und vor allem der Arbeiterinnen. So gründet sie im Ortsteil Fontivegge, unweit der Fabrik, eine Kindertagesstätte. Darüberhinaus bekommen die angestellten, jungen Mütter Zeit, ihre Babys zu stillen. Diese verbesserten Arbeitsbedingungen sorgen Europa weit für große Anerkennung der Perugina. Ein paar Jahre später lässt Luisa in einem weiteren Vorort von Perugia ein Schwimmbad für die Angestellten bauen, sie bekommen Weihnachtsgeschenke, und erhalten die Möglichkeit zum Tanzen und Fussballspielen.

Il Bacio

1922 erfindet Luisa den „Bacio Perugina“, die Praline, die in die Geschichte eingehen soll. Sie ist mit einer Haselnusscreme gefüllt und mit einer dunklen Schokolade überzogen, in ihrer Mitte sitzt eine ganze Haselnuss. Grundgedanke bei der Herstellung war, die bei der Pralinenverarbeitung entstehenden Haselnussreste mit anderer Schokolade zu mischen.

Der ursprüngliche Name der Praline ist „Cazzotto“ (Schlag), weil die Schokolade an das Bild einer geballten Faust erinnert, aber ein Freund findet diese Bezeichnung als zu aggressiv und überzeugt Luisa, ihre neue Praline „Bacio“ (Kuss) zu nennen.

Il Bacio (Foto di timothy green da Pixabay )

Luisa Spagnoli Mode

Ohne sich weiter etwas dabei zu denken, schenken ihre Söhne Luisa 1937 zwei Angora-Kaninchen aus Vietnam zum Geburtstag. Diese werden gekämmt, aber nicht geschoren oder gar gegessen, man nutzt ihre Angorawolle um Garne zu erhalten. Der Unternehmergeist Luisa Spagnoli entwickelt prompt Angora Mütze, Schal und Handschuhe, die sich wunderbar in ein großes Schokoladen-Überraschungsei verpacken lassen. Auch dank der Berichterstattung der Mailänder Messe verbreitet sich diese Erfolgsnachricht schnell im ganzen Land. Daraufhin schicken sämtliche Landwirte die Haare ihrer Kaninchen zur Gewinnung von Angorawolle per Post nach Perugia. Durch seine technischen Erfindungen zur besseren Gewinnung und Verarbeitung von Angorawolle macht ihr Sohn Mario das Mode-Unternehmen modern und zu dem, was es heute noch ist.

https://www.luisaspagnoli.it/de_de/

Die erste Unternehmerin Italiens stirbt

Mit 58 diagnostiziert man Luisa Kehlkopfkrebs. Sie zieht mit Giovanni Buitoni nach Paris, um dort die bestmögliche medizinische Versorgung zu erhalten. Am 21. September 1935 stirbt Luisa Spagnoli im Alter von 58 Jahren.